Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente kombinieren?

Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente

Berufsunfähig wird einer von vier und mehr als vier von fünf werden 67 Jahre alt und bekommen dann ein Rente, die nicht ausreicht. Beides ist also ziemlich wahrscheinlich und beides bedroht die Existenz. Warum sollte man dann nicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente kombinieren?  Die Diskussion darüber ist schon alt, weil es halt pauschal keine richtige Lösung gibt. Ich zeig hier mal alle Argumente auf, für wen welche Lösung passt und welche Möglichkeit es gibt, sogar Steuern zu sparen. Das mit den Steuern findet doch jeder voll toll, oder? 😉

Ach ja… Mir persönlich ist es komplett egal, ob du deine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente kombinierst oder nicht. Wenn ich also mit den Argumenten dafür beginne, ist das kein Stilmittel, um dann die überzeugenderen Argumente am Ende zu bringen. Ich muss halt einfach mit irgendwas anfangen…

Was spricht dafür, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente zu kombinieren?

Wenn ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzversicherung an eine private Rentenversicherung kopple, dann bin ich gegen Berufsunfähigkeit und Altersarmut perfekt abgesichert. Denn die Gefahr ist ja, dass ich genial vorsorge mit Aktien, Immobilien, Krypto, Schiffscontainer und Sportwetten, aber all das nicht mehr bedienen kann, wenn ich kein Geld mehr verdiene. Jeder, der nicht reich geboren ist, kennt das. Wir können zwar ein Vermögen aufbauen, wenn wir bescheiden und fleißig sind, aber dafür müssen wir berufsfähig sein. Der ganze Plan bricht in sich zusammen, wenn ich berufsunfähig bin.

Bei einer Kombination von Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) kann das nicht passieren. Die BUZ zahlt nicht nur eine Rente, sie übernimmt auch die Einzahlung in die Altersvorsorge. Und das auch mit einer Dynamik.

Wenn ich das jetzt schönrechnen will, dann seh ich mir einen Vertrag bei einem 27-jährigen an, wo allein die Beiträge bei 100 Euro sich am Ende auf 150.000 Euro summieren.  Sollte die Anlage noch Zinsen von 5% abwerfen, kommen am Ende 500.000 Euro raus. Und die BUZ zahlt ja nicht nur die Rente weiter, sondern auch eine BU-Rente. Bei 1.000 Euro Start-Rente kommt da noch mal ne Million dazu. Das sind alles große Zahlen, die aber halt voraussetzen, dass ich schon in jungen Jahren so krank werde, dass ich nie wieder arbeiten kann. Oder nie wieder arbeiten will…

Ein weiterer Vorteil ist, dass ich alles in einem Vertrag habe. Die Verwaltung ist also einfach. Der Papierordner bleibt dünner.

Ich will eigentlich nur am Ende Geld zurück…

Oft wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente deshalb verkauft, weil es ja am Ende Geld zurück gibt. Das ist selbstverständlich ein Taschenspielertrick. Der Risikobeitrag der Versicherung ist so oder so weg. Ich zahle aber mehr Geld ein und dieses Geld wird angelegt. Dieses Geld bekomme ich dann mit Zinsen wieder zurück. Und wenn ich Glück habe, dann ist es so viel, wie ich einbezahlt habe. Man könnte also meinen, die Berufsunfähigkeitsversicherung war kostenlos. Ist sie aber nicht. Das Geld für die BU-Versicherung ist weg und mit anderem Geld erwirtschafte ich Geld in gleicher Höhe. Das geht auf viele andere Wege auch.

Im Vertrieb ist das Modell beliebt, weil der Vermittler halt nach der Höhe der Prämie bezahlt wird. Wenn ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente abschließe, ist der Beitrag logischerweise höher…

Wenn ich aber die Überschussverwendung ändere, dann kann das tatsächlich für den Kunden spannend sein. Für den Vermittler eher weniger, weil der Kunde hier zwar mehr zahlen muss, aber das für die Berechnung der Provision nicht relevant ist.

Normalerweise empfehle ich die Beitragsverrechnung bei der Überschussverwendung. Dadurch wird der zu zahlende Beitrag für den Kunden niedriger. Wenn ich aber die Überschüsse, die der Versicherer aus dem Risiko erwirtschaftet, in Fonds anlege, dann kann ich das z.B. auch nachhaltig machen. Das ist schon mal schön. Richtig schön ist aber, dass am Ende des Vertrages diese Überschüsse dann steuerfrei ausgezahlt werden. Denn obwohl hier Geld aus der Fondsanlage erwirtschaftet wird, gilt es es immer noch als Risikoüberschuss. Und die sind halt steuerfrei. Und geht ohne Kombination einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente.

Der größte Vorteil ist zumindest derzeit, dass es besser ist, sein Geld überhaupt irgendwo anzulegen. Alles ist besser, als es einfach auf der Bank liegen zu haben.

Was spricht dagegen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente zu kombinieren?

Das erste Argument dagegen wäre einfach mal, dass es unwahrscheinlich ist, dass der beste Berufsunfähigkeitsversicherer auch die beste Rentenversicherung für dich hat. Das beste Auto kommt selten vom Hersteller des besten Motorrads. Ich schließe nicht aus, dass es manchmal passt, aber wahrscheinlicher ist es einfach, dass mir bei einer Rentenversicherung was anderes wichtig ist als bei der BU-Versicherung.

Außerdem bin ich nicht sonderlich flexibel. Nicht alle Anbieter geben mir die Möglichkeit, die BU-Versicherung fortzuführen, wenn ich die Rentenversicherung kündigen will. Außerdem will ich vielleicht meine BUV bis 60 und die Rentenversicherung bis 67 haben…

Und vielleicht will ich überhaupt keine Rentenversicherung, sondern lieber Staatsanleihen, Lotto und Micro-Finanz-Fonds. Dann ergibt es ja erst recht keinen Sinn.

Für Nerds ist vielleicht noch interessant, dass die Kombination von einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente immer ein ganzes Stück intransparenter ist. Es ist also nie so leicht zu sehen, was was kostet, wie welche Überschüsse aus Anlage und Risiko verwendet werden.

Wann solltest du eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente kombinieren?

Rein objektiv sind die Gründe für eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente nicht so überzeugend. Die Gründe dagegen wiegen aber auch nicht besonders schwer. Wenn ich aber der Typ bin, der eher unstrukturiert mit Geld umgeht, dann ist es schon gut, wenn eine Versicherung meine Altersvorsorge weiterzahlt. Denn würde die Versicherung mir das Geld geben, dann würde ich davon vielleicht auch mal ein Eis kaufen und nicht alles in die Altersversorgung stecken.

Und wenn du schon in ETF oder Hedgefonds oder seltene Erden investierst, da aber keine Berufsunfähigkeitsversicherung dazu passt, dann gibt es auch eine Lösung. Ein Versicherer bietet an, Anlagen bis zu 250 Euro monatlich mit einer BU-Zusatzversicherung abzusichern. Und das auch noch ohne Gesundheitsfragen, sondern mit 3 Jahren Wartezeit. Wenn du mehr dazu wissen willst, dann meld dich bei mir 🙂

Auch wenn du deine gesamte Altersvorsorge auf diese eine Rentenversicherung stützt, solltest du zumindest eine BUZ zur Beitragsbefreiung einschließen. Also, dass der Versicherer die Beiträge weiterzahlt.

Aber wenn du eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung willst, dann muss keine Rente dran. Tut aber auch nicht weh, wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente kombinierst.

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