Ob ich berufsunfähig oder erwerbsunfähig bin, ist oft kein großer Unterschied. Es kommt dabei immer auf meinen Beruf an. Und auf die gesundheitliche Einschränkung. Ich erklär mal kurz den Unterschied, um dann zu prüfen, was von beiden ich unbedingt absichern muss.

Bin ich berufsunfähig oder erwerbsunfähig?

Berufsunfähig bin ich, wenn ich in meinem Beruf wegen einer gesundheitlichen Einschränkung nur noch zur Hälfte arbeiten kann.

Erwerbsunfähig bin ich, wenn ich am allgemeinen Arbeitsmarkt keine 3 Stunden mehr arbeiten kann. Die Erwerbsunfähigkeit ist der staatlichen Erwerbsminderung sehr ähnlich. Aber bei der Erwerbsunfähigkeit prüft der Versicherer, ob ich Geld bekomme und bei der EMI die Deutsche Rentenversicherung. Ich möchte nicht beurteilen, was schlimmer ist.

Ich kann durchaus beides gleichzeitig sein.

Entweder ist die gesundheitliche Einschränkung so groß oder mein Beruf so körperlos. Wenn ich also eine schwere Depression habe oder Krebs, dann kann ich ziemlich sicher für ein halbes Jahr überhaupt nicht arbeiten. Egal, in welchem Beruf. Wenn ich aber Höhenangst habe, kann ich als Dachdecker nicht mehr arbeiten, aber in einem Büro ginge es.

Und wenn ich Pförtner bin und berufsunfähig, dann bin ich in fast jedem Fall auch erwerbsunfähig. Die einzige Ausnahme könnte sein, dass ich 8 Stunden am Tag arbeite und aufgrund der Einschränkung noch 3 aber keine 4 Stunden mehr arbeiten könnte. Dann wäre ich BU, weil die Berufsunfähigkeitsversicherung ja schon leistet, wenn ich in meinem Beruf nur noch zu 50% arbeiten kann. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet aber erst, wenn ich keine 3 Stunden arbeiten kann.

Welche Versicherung brauche ich unbedingt?

Ob ich jetzt unbedingt eine BU-Versicherung oder eine EU-Versicherung brauche, ist Geschmackssache. Manche schauen mehr aufs Geld, anderen ist die beste Leistung wichtiger. Tatsache ist, dass der Leistungsumfang der BUV größer ist. Ich bekomme schon mein Geld, wenn ich umschulen muss. Ich kann also nicht mehr als Handwerker arbeiten und muss auf einen Bürojob umschulen. Die BU-Versicherung leistet da, die Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht.

Allerdings ist die EU-Versicherung für die allermeisten Berufe deutlich günstiger. Und wenn wir davon ausgehen, dass ich ja vielleicht auch gesund bleibe, muss ich darüber schon mal nachdenken. Außerdem kann ich ja während einer Umschulung auch von meinem Ersparten leben. Oder ich schränke mich in dieser Zeit ein. Sollte ich aber tatsächlich in keinem Beruf arbeiten können, zahlt die EUV.

Ich persönlich finde es gut, wenn ich nur das wichtigste versichere. Sonst wird es zu teuer. Und wir dürfen ja auch davon ausgehen, dass die Versicherung ihre Tarife so kalkuliert, dass sie im Schnitt Geld verdient.

Aber am Ende bleibt es eure Entscheidung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sicherer aber teurer, während die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zwar günstiger ist, aber ich manche Risiken wieder selbst tragen muss.