Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Ein Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung (GF-Versicherung) kann immer nur ein Anhaltspunkt sein. Er kann keine Beratung durch einen Experten ersetzen. Will ich nur mal gesagt haben. Wir Menschen stehen aber auf Vergleiche. Dabei ist der Vergleich der Anfang allen Unheils. Sagt Kierkegaard. Zumindest wenn es um unser Leben geht. Denn es gibt immer einen, der es besser kann oder mehr hat.

Einen Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung könnte ich auf viele Weisen gestalten. Ich könnte einfach zählen, welcher Tarif wie viele Auslöser hat. Der, der die meisten hat, hat auch gewonnen. Das wäre aber kein guter Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung.
KontaktIch k√∂nnte aber auch die einzelnen Ausl√∂ser nach Eintrittswahrscheinlichkeit untersuchen. Ein Ausl√∂ser, der in vielen F√§llen zur Leistung f√ľhrt, bekommt bis zu 10 Punkte. Und Ausl√∂ser, die nur selten eintreten, bekommen maximal 3 Punkte. Dann bewerte ich alle Ausl√∂ser nach Qualit√§t und z√§hle die Punkte zusammen. Das w√§re doch toll.

UnfallKrebsBewegungsapparatHerz/KreislaufPsyche
Grundf√§higkeit‚úď‚úó‚úď‚úó‚úó

Bringt aber auch nix. Denn eine Grundf√§higkeitsversicherung muss immer individuell zu dem Bedarf und den Bed√ľrfnissen des Versicherten passen. Und selbst wenn ein Tarif insgesamt die meisten Punkte hat, ist er vielleicht f√ľr mich nicht der beste.

Inhaltsverzeichnis

Warum ein Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung?

Dieser Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung bewertet jeden Ausl√∂ser einzeln. So kann jeder nachsehen, wie die einzelnen Anbieter da abschneiden, wo es mir wichtig ist. Ein Gesamt-Ranking erstelle ich nicht. Das ergibt in meinen Augen keinen Sinn. Es w√§re nur f√ľr bestimmte Muster-Versicherte m√∂glich, die Wertigkeit der einzelnen Ausl√∂ser einzuordnen. Das ist aber nicht die Philosophie von diesem Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung.

Da ist es besser, sich pers√∂nlich beraten zu lassen. Au√üerdem bezahlt mich kein Versicherer daf√ľr. Bevor ich beginne, will ich aber kurz erkl√§ren, was eine Grundf√§higkeitsversicherung ist. Und vor allem, wie ich sie nutzen kann, um mein Einkommen abzusichern.

Was ist eine Grundfähigkeitsversicherung?

Die GF-Versicherung kann ich als 3-4 Dinge einsetzen. Nicht alle sind immer sinnvoll. Kommt eben auf den Einzelfall an. Zun√§chst mal als eine Art Schmerzensgeld. Ich bekomme eine monatliche Rente, wenn ich aus gesundheitlichen Gr√ľnden eingeschr√§nkt bin. Das nervt so sehr, aber mit Geld l√§sst es sich ertragen.

Als n√§chstes k√∂nnte ich die GFV als eine Art Freizeit- oder Alltags-Versicherung ansetzen. Denn wie auch mit der Unfallversicherung, lassen sich auch mit der Grundf√§higkeitsversicherung die Kosten decken, die durch die gesundheitliche Einschr√§nkung entstehen. Das kann z.B. der Treppenlift sein, aber auch die Kosten f√ľr den Garten, in dem ich nichts mehr alleine machen kann.


Anders als bei der Unfallversicherung sind auch Einschränkungen durch Krankheiten versichert. Die monatliche Zahlung ist auch zeitgemäß. Denn wenn ich auf einmal viel Geld brauche, kann ich mit der Rente eine Finanzierung stemmen. Das geht eher als umgekehrt aus dem Haufen Geld eine monatliche Rente zu generieren. Dazu sind die Zinsen im Moment zu niedrig.

Die Grundf√§higkeitsversicherung ist aber auch eine Art Dread Disease. Sie leistet nur nicht bei Eintritt einer versicherten Krankheit, sondern erst, wenn die Krankheit zu einer Einschr√§nkung f√ľhrt. Dementsprechend kann ich mir auch die laufenden Krankheitskosten √ľber eine GFV absichern.

Am häufigsten bewerben Versicherer die Grundfähigkeitsversicherung aber als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Grundfähigkeitsversicherung als Alternative zur BU-Versicherung

Das ist ne schwierige Kiste. Denn grunds√§tzlich hat die GFV keinen Bezug zu deinem Beruf. Wenn du nicht mehr arbeiten kannst, weil deine Hand kaputt ist, bekommst du kein Geld. Du bekommst dann deine Rente, wenn du mit deiner Hand keine Gl√ľhbirne mehr einschrauben kannst. Oder eine Schraube in die Wand drehen. Oder was halt in den Bedingungen steht. Damit ich mit dieser Versicherung mein Gehalt absichern kann, muss ich eine Br√ľcke bauen. Und die ist dann doch recht simpel und stabil.

Im Leistungsfall bei der BU-Versicherung pr√ľft der Versicherer, ob ich wegen einer gesundheitlichen Einschr√§nkung meinen Beruf noch zur H√§lfte aus√ľben kann. Ich muss also die gesundheitliche Einschr√§nkung nachweisen, meine T√§tigkeiten im beruflichen Alltag darlegen und dann beweisen, dass ich nur noch die H√§lfte davon sinnvoll aus√ľben kann. Nicht selten scheitert es daran, dass der Versicherte die T√§tigkeiten unverst√§ndlich beschreibt.

Bei der GF-Versicherung muss ich die gesundheitliche Einschr√§nkung nachweisen und warum deshalb ein Leistungsausl√∂ser erf√ľllt ist. Die einzelnen Grundf√§higkeiten, die in den Bedingungen beschrieben sind, sind meine T√§tigkeitsbeschreibung. Das ist sehr √§hnlich zur BUV.

Wenn ich jetzt nur noch die beschriebenen Grundfähigkeiten mit meinen tatsächlichen Tätigkeiten im Berufsalltag in Deckung bringe, kann ich die Grundfähigkeitsversicherung nutzen, um mein Einkommen abzusichern. Das mache ich am besten mit meinem Experten in der Beratung. Einen ersten Überblick, welche Fähigkeit bei welchem Anbieter wie versichert ist, bietet dieser Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung.

Wie funktioniert die Grundfähigkeitsversicherung?

Die Versicherung macht, was sie verspricht. Sie versichert Fähigkeiten. Es geht nur darum, was wir können, weil wir gesund sind. Erlernte Fertigkeiten spielen an sich keine Rolle.

Da Versicherer sich aber immer mit dem Wettbewerb vergleichen und besser sein möchten, gibt es mittlerweile ein paar Fertigkeiten, wie z.B. das Autofahren, die versichert sind.

Auch die Sinne H√∂ren, Sehen und Sprechen sind versichert. Hier hat sich bisher noch keiner an die Sinne Tasten, Riechen und Schmecken herangetraut. Das kann aber noch kommen. Update: Riechen und Schmecken und den Tastsinn gibt es mittlerweile auch ūüôā

Psychische Erkrankungen in der Grundfähigkeitsversicherung

Viele behaupten ja, dass psychische Erkrankungen nicht in der Grundfähigkeitsversicherung versichert sind. Das stimmt aber nicht. Es sind grundsätzlich alle psychischen Einschränkungen mitversichert. Allerdings sind sie bei den meisten Leistungsauslösern ausgeschlossen.

Nur beim Intellekt, der Pflegebed√ľrftigkeit und dem eigenverantwortlichen Handeln nicht. Das bedeutet, ich bekomme dann mein Geld, wenn eine psychische Erkrankung dazu f√ľhrt, dass ich zu den unteren 10% geh√∂re, was die Intelligenz betrifft oder mir vom Gericht ein Betreuer bestellt wird. Die H√ľrden sind also sehr hoch.

Deswegen bieten mittlerweile die Basler, Die Bayerische, Die Dortmunder, die Gothaer, die N√ľrnberger, die Swiss Life und der Volkswohl Bund einen Baustein an, der psychische Erkrankungen unter bestimmten Umst√§nden mitversichert. Wie sinnvoll die verschiedenen Varianten sind, bespreche ich weiter unten.

Der Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Wenn jetzt gekl√§rt ist, wozu wir dieses Produkt brauchen, k√∂nnen wir kl√§ren, welcher Tarif zu mir passt. Im Vergleich ziehe ich immer die beste aller verf√ľgbaren Varianten heran. Den Zusatzbaustein Dread Disease bewerte ich nicht. Wer eine Leistung bei Schweren Krankheiten versichern will, soll eine Schwere-Krankheiten-Versicherung abschlie√üen. Und das dann in einer sinnvollen H√∂he und Laufzeit. Als Baustein in der Grundf√§higkeitsversicherung passt das nur zuf√§llig.

Genauso wenig bewerte ich die Pflegebausteine. Aus dem gleichen Grund. Es ist immer sinnvoller, die eigenst√§ndige Pflegeversicherung nach meinem Bedarf und Bed√ľrfnis abzuschlie√üen. Ich bewerte die Bedingungen bis zum Stand Februar 2020. Wenn ein Tarif, wie z.B. die Basler, die W√ľrttembergische oder die R+V sp√§ter dazugekommen sind, bewerte ich deren ersten Tarifstand. Februar 2021 geh ich alle Tarife nochmal durch. Zumindest versuch ich das.

Die Gesellschaften sind in alphabetischer Reihenfolge die Aachen M√ľnchener, die Allianz, die Basler, die Canada Life, die DEVK, Die Bayerische, Die Dortmunder, die Gothaer, die Helvetia, die HUK Coburg, die N√ľrnberger, die R+V, die Signal Iduna, die Stuttgarter, die Swiss Life, der Volkswohl Bund, die W√ľrttembergische und die Zurich. Bei allen Tarifen handelt es sich um Grundf√§higkeitsversicherungen, die nach Art der Lebensversicherung kalkuliert sind. Multi-Risk-Versicherung, die auf eine Unfall-Versicherung aufbauen, sind hier nicht ber√ľcksichtigt.

Sollte ich eine Gesellschaft vergessen haben, schreibt mir einfach. Dann f√ľge ich das ein. Gesellschaften, die nach dem Februar 2020 eine GFV auf den Markt bringen, f√ľge ich selber hinzu.

Der Prognose-Zeitraum liegt mittlerweile als Marktstandard auf 6 Monaten. Die 12 Monate gibt es nur noch in Basis-Produkten. Oder bei der DEVK und der HUK Coburg.

Die Sinne

Jeder Tarif versichert die Sinne Sehen, Sprechen und H√∂ren. W√§hrend es bei den Grundf√§higkeiten viele verschiedene Definitionen gibt, unterscheiden sich die Sinne so gut wie √ľberhaupt nicht. Und wenn, dann ist es praktisch egal.Denn ich muss blind, taub oder so gut wie stumm sein, um Geld zu bekommen. Aber der Reihe nach.

Sehen

Das Sehen definiert die Swiss Life folgendermaßen:

‚ÄěEin Verlust der Sehf√§higkeit der Versicherten Person liegt bei dauerhafter Blindheit oder hochgradigem Verlust der Sehkraft beider Augen vor, die nicht durch medizinische Ma√ünahmen oder Sehhilfen (z. B. Brille, Kontaktlinsen) korrigiert werden kann.

Ein hochgradiger Verlust der Sehkraft liegt vor, wenn das Restsehvermögen nach optimaler Korrektur durch medizinische Maßnahmen und unter Verwendung von Sehhilfen die Sehschärfe des besseren Auges 3/60 (bzw. 0,05) oder weniger auf der Snellen-Sehprobetafel beträgt oder das Gesichtsfeld des besseren Auges auf höchstens 15 Grad Abstand vom Zentrum eingeschränkt ist, so dass ein Gesamtgesichtsfeldwinkel von höchstens 30 Grad besteht.

Der Verlust der Sehf√§higkeit muss durch einen Facharzt f√ľr Augenheilkunde nachgewiesen werden. Ausdr√ľcklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle von psychogenem Sehverlust oder aufgrund neurotischer Fehlentwicklungen.‚Äú

Das haben alle anderen so ziemlich genau so definiert. Die Zurich hat dazu noch ein verst√§ndliches Beispiel gebracht. Sie schreibt: „Dies bedeutet, dass die versicherte Person bei der Untersuchung einen Gegenstand in bis zu einem Meter Entfernung sehen kann, den eine Person mit voller Sehkraft sehen k√∂nnte, wenn dieser sich in einem Abstand von 20 Metern bef√§nde.“ Bei der Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes verlangt der Tarif aber nur 10 Grad Abstand vom Zentrum.

Das sind 50% weniger als der Markt verlangt:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Sehens liegt bei einem Verlust der Sehkraft auf beiden Augen bei der versicherten Person vor. Das Ausma√ü des Sehkraftverlustes muss derart sein, dass bei der Untersuchung unter Verwendung von Sehhilfen die Sehsch√§rfe des besseren Auges 3/60 oder weniger auf der Snellen-Sehprobentafel betr√§gt.

Dies bedeutet, dass die versicherte Person bei der Untersuchung einen Gegenstand in bis zu einem Meter Entfernung sehen kann, den eine Person mit voller Sehkraft sehen könnte, wenn dieser sich in einem Abstand von 20 Metern befände.

Außerdem liegt ein Verlust der Grundfähigkeit des Sehens vor, wenn unter Verwendung von Sehhilfen eine Einschränkung des Gesichtsfeldes des besseren Auges auf höchstens 10 Grad Abstand vom Zentrum besteht.“

Worauf kommt es an?

Die Signal Iduna ist noch jung am Markt und hat immer wieder mal ganz gut die Tarife der anderen zusammengefasst:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit Sehen liegt vor, wenn das Sehverm√∂gen der versicherten Person ‚Äď auch bei Verwendung zumutbarer Hilfsmittel ‚Äď so stark eingeschr√§nkt ist, dass auf jedem Auge nur noch ein Restsehverm√∂gen von h√∂chstens 5 % oder eine Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes auf h√∂chstens 15 Grad Abstand vom Zentrum (horizontal oder vertikal) besteht.

Ein Restsehvermögen von höchstens 5 % bedeutet, dass die versicherte Person bei der Untersuchung einen Gegenstand in bis zu einem Meter Entfernung sehen kann, den eine Person mit voller Sehkraft sehen könnte, wenn dieser sich in einem Abstand von 20 Metern befände.
Wir sehen z. B. eine Brille oder Kontaktlinsen als zumutbare Hilfsmittel an.“

Das Gesichtsfeld eines gesunden Menschen liegt horizontal bei 107 Grad auf jeder Seite. Vertikal sind es ca. 60-70 Grad nach oben und 70-80 Grad nach unten. Die verlangte Einschränkung entspricht in etwa dem Gesichtsfeld eines gesunden Menschen in der Dämmerung.

Versicherer, die die Einschr√§nkung auf 15 Grad also nicht explizit horizontal verlangen, sind einen Tick besser. Das ist auch dadurch indirekt best√§tigt, dass z.B. Die Dortmunder im Update von 2021 die Formulierung „in alle Richtungen“ in die AVB aufgenommen hat.

Ich fasse das mal zusammen: Ich muss hochgradig sehbehindert sein, um hier die Rente zu erhalten. Und eine Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes durch grauen oder gr√ľnen Star tritt in der Regel erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Eine Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes k√∂nnte aber auch durch einen Schlaganfall oder eine Migr√§ne hervorgerufen werden.

F√ľr einen Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung darf ich diesen Ausl√∂ser nicht zu hoch bewerten. Wir haben zwar alle Angst zu erblinden, aber da sind andere Ausl√∂ser wahrscheinlicher.

Das Sprechen

Der Verlust des Sinnes Sprechen kommt dauerhaft wahrscheinlich deutlich seltener vor. Allerdings kann ein Schlaganfall schon mal f√ľr 6 Monate zu Sprachverlust im Sinne der Bedingungen f√ľhren. Die Gothaer definiert so:

‚ÄěEin Verlust des Sprechverm√∂gens liegt vor, wenn sich die versicherte Person in ihrem sozialen Umfeld gegen√ľber einem unbeteiligten Dritten nicht mehr verbal verst√§ndlich machen kann.

Das bedeutet:

  • Die versicherte Person kann keine verst√§ndlichen Worte mehr formen und aussprechen oder
  • die gesprochenen Worte ergeben keinen Sinn mehr (sogenannte Wernicke-Aphasie).


Der Verlust muss nach erfolgtem Spracherwerb eintreten und auf einer k√∂rperlichen Ursache beruhen. Sie m√ľssen die Einschr√§nkung belegen, indem ein Facharzt die Einschr√§nkung durch wissenschaftlich anerkannte Testverfahren best√§tigt. Ein solches Testverfahren ist zum Beispiel der Aachener Aphasie-Test.‚Äú

Die Canada Life weicht an zwei Stellen ab:

‚ÄěEin Verlust liegt vor, wenn die Sprechf√§higkeit oder die sprachliche Ausdrucksf√§higkeit der versicherten Person nach abgeschlossenem Spracherwerb auch bei Verwendung geeigneter Hilfsmittel so weit ein geschr√§nkt ist, dass die versicherte Person von ihrem sozialen Umfeld nicht mehr verstanden wird, weil sie keinen verst√§ndlichen sinnvollen Satz bilden und aussprechen kann. Sprachverlust aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung l√∂st keine Leistungen aus.‚Äú

Unterschiede in der Definition

Bei der Definition der Gothaer, die so auch die Basler, die N√ľrnberger, die Dortmunder und der Volkswohl Bund haben, ist von einem ‚Äěunbeteiligten Dritten‚Äú die Rede. Er muss verstehen, was ich sage. Die Bayerische, Aachen M√ľnchener, DEVK, Helvetia und die Signal meinen wohl das Gleiche, wenn sie davon reden, ‚Äěmittels Sprache mit der Umwelt [‚Ķ] kommunizieren‚Äú zu k√∂nnen.

Die Canada Life und auch die Allianz und die Swiss Life verlangen, dass das soziale Umfeld mich nicht mehr verstehen kann. Das halte ich f√ľr problematisch. Denn dazu geh√∂rt auch meine Frau. Und ich vermute mal, dass es sich bei Menschen mit sprachlicher Einschr√§nkung in etwa so verh√§lt, wie mit 2-j√§hrigen Kindern.

Die Eltern verstehen, was das Kind sagt, w√§hrend der ‚Äěunbeteiligte Dritte‚Äú keine Ahnung hat, worum es geht.

Was aber bei der Canada Life und der Signal Iduna interessant ist: Ich darf keine S√§tze mehr formulieren k√∂nnen. Bei allen anderen sind es W√∂rter. Obwohl bei allen Worte steht. Als extremer Klugschei√üer will ich mal allen Versicherern Folgendes sagen: W√∂rter sind halt verschieden viele Morpheme, w√§hrend Worte eher Zitate ber√ľhmter Personen sind. Deswegen hei√üt es auch ‚ÄěBer√ľhmte letzte Worte‚Äú und nicht ‚ÄěBer√ľhmte letzte W√∂rter‚Äú. Aber ok. Ich wei√ü, was ihr meint.

Ich glaube, das mit den Sätzen ist schwieriger. Mit den Wörtern gibt es zumindest Spielraum. Die Zurich und die Swiss Life bekräftigen diese Vermutung. So heißt es bei der Zurich:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Sprechens liegt vor, wenn die versicherte Person aufgrund k√∂rperlicher Ursachen die F√§higkeit verloren hat, eine verst√§ndliche Sprache zu produzieren oder Worte spricht, die ohne jegliche Bedeutung oder Vorkommen in jeglicher bekannten gesprochenen Sprache sind.‚Äú

Wenn ich also Wörter formen kann, die auf Hindi was bedeuten, bekomme ich keine Leistung? Das kann nicht gemeint sein, aber die wörtliche Auslegung ließe es zu.

Die R+V bringt eine neue, gute Komponente mit ein. Hier muss ich von einem Facharzt f√ľr Neurologie nicht mehr verstanden werden. Der kann mir vermutlich auch gleich den Verlust der Grundf√§higkeit medizinisch best√§tigen.

Unterhaltung f√ľhren

Die Basler hat einige neue Ausl√∂ser eingef√ľhrt. Dazu geh√∂rt auch die Grundf√§higkeit, eine Unterhaltung f√ľhren zu k√∂nnen.

Das liegt irgendwo zwischen Sprechen und Hören. Aber auch der Intellekt ist betroffen. Die Basler formuliert das so:

‚ÄěDie versicherte Person kann √ľber einen durchgehenden Zeitraum von zw√∂lf Monaten nicht auf einfache Fragen sinnvoll antworten. Eine einfache Frage kann zum Beispiel sein: Welches Datum ist heute? Was macht man mit einem Fahrrad?
Eine sinnvolle Antwort muss zu der Frage in Bezug stehen und von einer dritten Person verstanden werden. Fach√§rztliche Befundberichte belegen den Verlust dieser F√§higkeit. Psychische oder psychosomatische Ursachen f√ľr den Verlust der F√§higkeit sind ausgeschlossen.‚Äú

Kurz geschrieben: Ich denke nicht, dass dieser Ausl√∂ser vor einem der anderen Ausl√∂ser greifen kann, die so oder so schon versichert sind. Aber als alter Germanist freut es mich, dass auch hier nicht nur W√∂rter, sondern auch ein syntaktisches Verst√§ndnis gepr√ľft wird.

Das Hören im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Beim Hören gibt es grob zwei Definitionen. Die einen rechnen in Prozent, die anderen in Dezibel.
Die Bayerische formuliert es so:

‚ÄěDer Verlust der Grundf√§higkeit H√∂ren liegt vor, wenn die versicherte Person eine starke Schwerh√∂rigkeit auf beiden Ohren hat. Das bedeutet, dass auch bei Verwendung zumutbarer Hilfsmittel oder medikament√∂ser Behandlung eine Schwerh√∂rigkeit auf beiden Ohren im Frequenzbereich des gesprochenen Wortes bei 2 kHz vorliegt, die mittels Tonaudiogramm (Knochenleitung) einen H√∂rverlust von mindestens 60 dB aufweist.

Ein Verlust der Grundfähigkeit Hören liegt nicht vor, wenn die Einschränkung durch die Verwendung zumutbarer Hilfsmittel ausgeglichen werden kann. Zumutbares Hilfsmittel ist z.B. ein Hörgerät.“

Die Stuttgarter formuliert es so:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěH√∂ren‚Äú liegt vor, wenn bei der versicherten Person ‚Äď auch bei Verwendung geeigneter zumutbarer Hilfsmittel (z. B. H√∂rger√§t) ‚Äď eine dauerhafte Schwerh√∂rigkeit auf beiden Ohren besteht. Das bedeutet, dass im Frequenzbereich des gesprochenen Wortes bei 1.000 bis 3.000 Hz, mittels Tonaudiogramm (Knochenleitung) ein H√∂rverlust von mindestens 80 % nachgewiesen wird. Dieser muss au√üer dem anhand eines weiteren anerkannten Testverfahrens (z. B Hirnstammaudiometrie) best√§tigt werden‚Äú

F√ľr einen Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung ist das doof. Denn handelt sich hier um verschiedene Messverfahren. Dezibel werden in einem Tonaudiogramm gemessen, Prozente in einem Sprachaudiogramm. Ein H√∂rverlust von 60 dB liegt zwischen mittel- und hochgradiger Schwerh√∂rigkeit. Das sind die Stufen 2-3 in einem 4-stufigen System. 80% liegt zwischen hochgradiger Schwerh√∂rigkeit und Resth√∂rigkeit. Das sind die Stufen 3-4 in einem 5-stufigen System.

Was ist besser?

Auch hier ist der Unterschied in der Praxis eher selten relevant. Die Unterteilung in Dezibel scheint aber gef√ľhlt ein St√ľck besser zu sein. Die DEVK macht die Verwirrung komplett und leistet, wenn ich unterhalb von 90 dB nichts mehr h√∂ren kann.

Hier und auch bei allen anderen Leistungsausl√∂sern muss uns klar sein, dass die Einschr√§nkung auch mit Verwendung von angemessenen Hilfsmitteln bestehen muss. Was dabei jeweils angemessen ist, entscheidet auch √ľber die Qualit√§t des Ausl√∂sers.

Der Gleichgewichtssinn im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Der Verlust des Gleichgewichtssinnes ist in allen Premium-Tarifen enthalten. Au√üer bei der Aachen M√ľnchener, der W√ľrttembergischen und der Zurich. Alles zwischen A-W-Z hat das aber mitversichert.

Die Swiss Life definiert das so:

‚ÄěEin Verlust des Gleichgewichtssinnes liegt vor, wenn die Versicherte Person weder 10 Meter entlang einer imagin√§ren Linie (Strichgang) mit geschlossenen Augen ohne Fallneigung auf festem und ebenem Boden mit einem f√ľr Gehwege √ľblichen Bodenbelag gehen kann noch 50 Schritte auf fester und ebener Stelle mit geschlossenen Augen treten kann, ohne sich dabei um mindestens 45 Grad zur Seite zu drehen oder mit geschlossenen Augen und parallelem Fu√üstand keine 60 Sekunden auf fester und ebener Stelle stehen kann, ohne Fallneigung zu bekommen.

Der Verlust des Gleichgewichtssinnes ist anhand eines fach√§rztlichen HNO-Befundberichts nachzuweisen. Die St√∂rung muss durch eine Verletzung oder organische Erkrankung des Gehirns (z. B. Multiple Sklerose, Sch√§delhirntrauma, Schlaganfall, Hirntumor, Epilepsie) oder eine nachweisbare Sch√§digung des Gleichgewichtsorgans oder eine Sch√§digung der kleinen Nerven der F√ľ√üe und Unterschenkel (Polyneuropathie) verursacht worden sein.

So hat es auch die HUK definiert. Allerdings gilt dieser Ausl√∂ser erst ab 15 Jahren. F√ľr j√ľngere Kunden ist er ausgeschlossen. Die Helvetia ist da im Wortlaut auch ziemlich nah dran. Sind ja auch aus der Schweiz. Allerdings gilt der Ausl√∂ser auch f√ľr die 6-14-J√§hrigen.

Ausdr√ľcklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind Polyneuropathien, die nachweisbar auf Alkoholmissbrauch zur√ľckzuf√ľhren sind und alle F√§lle von Gleichgewichtsst√∂rungen auf Basis einer psychiatrischen Erkrankung.‚Äú

Dieser Ausl√∂ser ist nachvollziehbar f√ľr den Kunden. Ich bin auch versucht, das sofort mal zu testen.
Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das in der Leistungspr√ľfung dann auch tats√§chlich vormachen muss.

Unterschiede in der Definition

Die Basler und die N√ľrnberger haben es auch anschaulich. Aber auch hier ist der Leistungsfall schwierig zu √ľberpr√ľfen. Die N√ľrnberger schreibt:

‚ÄěDer Gleichgewichtssinn der versicherten Person ist stark beeintr√§chtigt. Das bedeutet, dass der Gleichgewichtssinn der versicherten Person aufgrund einer organischen Erkrankung oder Verletzung derart eingeschr√§nkt ist, dass sie nicht mehr auf der obersten Stufe einer 3-stufigen Haushaltsleiter 5 Minuten frei stehen bleiben kann (d.h. ohne sich abzust√ľtzen und ohne sich festzuhalten).

Die Beeintr√§chtigung des Gleichgewichtssinnes muss durch einen Facharzt nachgewiesen sein. Von vornherein vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum verursacht wurden (‚ÄěDrogenkonsum‚Äú meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen (Medikamenten)).‚Äú

Beste Formulierung im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Besser hat das z.B. die Gothaer formuliert:

‚ÄěEin Verlust des Gleichgewichtssinnes liegt vor, wenn der Gleichgewichtssinn der versicherten Person wegen einer k√∂rperlichen Ursache nicht mehr oder nur noch stark gest√∂rt funktioniert.

Das bedeutet: Der Gleichgewichtssinn ist so stark beeinträchtigt, dass die versicherte Person nicht mehr ohne stark erhöhte Unfallgefahr

  • Leitern mit einer Arbeitsh√∂he von einem Meter besteigen kann oder
  • auf Ger√ľsten in einer Arbeitsh√∂he von einem Meter arbeiten kann.

‚ÄěStark erh√∂hte Unfallgefahr‚Äú ist dabei definiert als Kategorie B-D nach arbeitsmedizinischer Beurteilung der Gef√§hrdungskategorien. Sie m√ľssen die St√∂rung mittels neurologischer Untersuchungen durch einen Facharzt belegen. Dabei m√ľssen anerkannte Testverfahren angewendet werden.

Ausdr√ľcklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind diese F√§lle:

  • alle F√§lle von Gleichgewichtsst√∂rungen wegen psychischer Erkrankungen, sowie
  • alle F√§lle eines Verlusts des Gleichgewichtssinnes, der im Zusammenhang mit einem Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten entstanden ist.
Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits auch objektiv √ľberpr√ľfbar. Und juristisch interessant ist, dass die arbeitsmedizinische Beurteilung eine unwiderlegliche Vermutung darstellen m√ľsste. Wenn diese vorliegt, muss der Versicherer leisten.

So gut wie die Gothaer hat es nur noch die Signal. Die Allianz, Canada Life, DEVK, Die Dortmunder und der Volkswohl Bund sprechen auch von der ‚Äěstark erh√∂hten Unfallgefahr‚Äú, aber definieren das nicht weiter. Die anderen halten sich an die Definition der Swiss Life. Die Aachen M√ľnchener, die W√ľrttembergische und die Zurich haben diesen Ausl√∂ser nicht.

Die R+V und mittlerweile auch die Basler komplettieren die Sinne im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung mit dem Tast- und Geruchssinn.

Der Geruchs- und Geschmackssinn

Beim Riechen heißt es:

‚ÄěDer Verlust der Grundf√§higkeit Riechen und Schmecken liegt vor, wenn die versicherte Person selbst intensive Geruchsstoffe (z.B. Kaffee, Vanille, Pfefferminz, Zimt) und intensive Geschmacksstoffe (z.B. Glukose, Zitronens√§ure, Kochsalz, Chinin) nicht mehr wahrnehmen kann. Der Verlust der Grundf√§higkeit muss durch einen ausf√ľhrlichen Bericht eines HNO-Arztes oder eines Facharztes f√ľr Neurologie und anhand eines Testverfahrens mithilfe einer Elektroenzephalografie (EEG) nachgewiesen werden.‚Äú

Das ist f√ľr die wenigen Parf√ľmtester, die es geben mag, interessant, aber ebenso f√ľr alle K√∂che. Denn ohne Geschmacks- und Geruchssinn ist es schwierig zu kochen. Mal abgesehen davon ist es allgemein unpraktisch, wenn ich keine Brandentwicklung mehr riechen oder verdorbenes im Essen nicht mehr schmecken k√∂nnte. Da der Geruchs- und Geschmackssinn altersbedingt als erstes schwindet, ist diese Absicherung ein Mehrwert.

Die Basler hat den Geruchssinn etwas eingeschränkter definiert:

‚ÄěDie versicherte Person kann nicht mehr
‚Äď Menthol oder Essig riechen,
‚Äď Glucose oder Zitronens√§ure schmecken und
‚Äď ein wissenschaftlich anerkannter Test belegt den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes. Dieser Test kann eine Elektroenzephalographie sein.

Die Einschränkung beruht nicht auf psychischen oder psychogenen Ursachen.“

Hier ist festgelegt, welche Geschmacks- und Geruchsrichtung die versicherte Person verlieren muss.

Der Tastsinn im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Beim Tastsinn schreibt die R+V:

‚ÄěDer Verlust der Grundf√§higkeit Tastsinn liegt vor, wenn die versicherte Person aufgrund eines neurologischen Ausfalls den Tastsinn in einer Hand vollst√§ndig verloren hat. Der Verlust der Grundf√§higkeit muss durch einen ausf√ľhrlichen Bericht eines Facharztes f√ľr Neurologie und anhand folgender Tests nachgewiesen werden: Test auf Zwei-Punkte Diskrimination und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.‚Äú

Es f√§llt einem nicht sofort ein, f√ľr wen und in welchem Beruf das ein Mehrwert w√§re. Aber immerhin sind die Sinne jetzt komplett. Und es lassen sich auch durchaus Leistungsf√§lle konstruieren. Bei Diabetikern geht oft auch mal der Tastsinn verloren.

Gebrauch einer Hand im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Nun sind wir bei den Grundf√§higkeiten angelangt. Ab jetzt sind die Definitionen kaum noch vergleichbar. Grunds√§tzlich geht es bei dem Gebrauch einer Hand um Kraft, Beweglichkeit und Feinmotorik. Die Kraft lagern die meisten Versicherer in den Ausl√∂ser ‚ÄěGreifen und Halten‚Äú aus. Wir werden noch √∂fter sehen, dass es manche Ausl√∂ser nur gibt, um einen Ausl√∂ser mehr zu haben.

Die Allianz definiert so:

‚ÄěDie versicherte Person ist mit der rechten oder mit der linken Hand nicht mehr in der Lage, eine Flasche mit Schraubverschluss zu √∂ffnen oder einen Schraubenzieher oder eine Rohrzange oder eine Schere bestimmungsgem√§√ü zu benutzen.

Beschwerden, die zu diesen motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sein.‚Äú

Wie auch alle anderen Tarife leistet die Allianz mittlerweile schon, wenn nur eine Hand betroffen ist. Das ist bei einer halbseitigen Lähmung oder einem Unfall schon mal relevant.

Und immer mehr Versicherer bieten mehrere Ausl√∂ser an. Also, eine Flasche √∂ffnen, einen Schraubenzieher, eine Schere oder eine Rohrzange zu benutzen. Bei der Allianz f√§llt mir das W√∂rtchen ‚Äěbestimmungsgem√§√ü‚Äú auf. Ich wei√ü nicht genau, was das bedeuten soll. Vor allem eine Schere kann ich zum Schneiden von Papier oder Haaren benutzen.

Es w√ľrde der Bestimmung der Schere sicherlich eher entsprechen, wenn ich damit sauber arbeiten kann.

Wenn ich also nur noch schlampig Haare schneiden kann, weil ich so zittere, m√ľsste ich doch meine Leistung bekommen, oder? Ich vermute mal, das bestimmungsgem√§√ü bedeutet, ich kann damit Sachen zerschneiden. Aber im Zweifel w√ľrde ich es hier auf einen Prozess ankommen lassen. Mit einer Rechtsschutzversicherung.

Verschiedene Definitionen

Die Stuttgarter setzt auf nur einen Auslöser:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěGebrauch einer Hand‚Äú liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist mit der rechten oder mit der linken Hand eine ge√∂ffnete Flasche mit Schraubverschluss zu schlie√üen und wieder zu √∂ffnen.‚Äú

Interessant ist hier, dass die H√ľrde noch ein St√ľck niedriger ist als bei der Allianz. Bei der Stuttgarter schlie√üe ich eine offene Flasche und √∂ffne diese dann wieder. Da ich hier nur gegen meine eigene Kraft arbeite, d√ľrfte das in der Regel einfacher sein.

Bei der Canada Life hilft viel viel:

‚ÄěEin Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person mit der linken oder der rechten Hand nicht mehr in der Lage ist, eine der nachfolgend aufgef√ľhrten T√§tigkeiten auszu√ľben:

  • eine Tastatur zu bedienen,
  • einen Schreibstift zu benutzen,
  • eine Flasche mit Schraubverschluss zu √∂ffnen,
  • einen Schraubendreher zu benutzen,
  • eine Rohrzange zu benutzen,
  • eine Schere zu benutzen.‚Äú

Die Ausl√∂ser ‚ÄěSchreiben‚Äú und ‚ÄěTastatur benutzen‚Äú gibt es in anderen Tarifen als separate Ausl√∂ser.

Bei der HUK muss ich eine Flasche schlie√üen und √∂ffnen oder eine Schraube in die Wand drehen. F√ľr alle unter 15 ist nur die Flasche als Ausl√∂ser g√ľltig.

Die Helvetia verlangt, eine Flasche zu schließen und zu öffnen oder 5 Wörter mit 5 Buchstaben in 5 Minuten zu tippen. Was die mit der Zahl 5 haben, weiß ich nicht, aber ich finde gut, dass es hier einen Zeitwert gibt. 5 Wörter in 5 Minuten ist aber schon auch ein dickes Brett.

Die R+V ist sehr pr√§zise, wenn sie schreibt, dass ich ‚Äěeine bereits auf einem Gewinde sitzende Fl√ľgelschraube der DIN 316 D mit einer Gewindegr√∂√üe M10 f√ľnf weitere Umdrehungen ein- und anschlie√üend wieder heraus[‚Ķ]drehen‚Äú muss. F√ľnf volle Umdrehungen!

Die beste Definition im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Ich bin ja in der Regel vorsichtig mit so Behauptungen. Aber die Gothaer hat ziemlich eindeutig die beste Definition f√ľr den Gebrauch einer Hand.
Hier:
‚ÄěEin Verlust der F√§higkeit des Gebrauchs einer Hand liegt vor, wenn gilt: Die versicherte Person kann wegen einer k√∂rperlichen Ursache ihre linke oder ihre rechte Hand nicht mehr gebrauchen.

Das bedeutet: Die versicherte Person kann die rechte oder die linke Hand nicht mehr f√ľr allt√§gliche Verrichtungen einsetzen. Allt√§gliche Verrichtungen sind zum Beispiel: Eine Flasche mit Schraubverschluss schlie√üen und wieder √∂ffnen, einen Schraubendreher oder eine Schere benutzen, ein T√ľrschloss mit einem Schl√ľssel √∂ffnen.

Sie m√ľssen die Einschr√§nkung durch Befundberichte eines Facharztes belegen. Diese m√ľssen best√§tigen, dass die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sind.‚Äú

Ich finde nicht unbedingt die einzelnen Ausl√∂ser besser. Mich begeistert, dass die Gothaer die Ausl√∂ser nicht abschlie√üend aufz√§hlt. Die Ausl√∂ser sind beispielhaft. Ich kann den Nachweis also √ľber jede vergleichbare Einschr√§nkung f√ľhren. Das finde ich nachahmenswert. Auch f√ľr andere Grundf√§higkeiten.

Greifen und Halten

Der Volkswohl Bund und die Dortmunder haben diesen Auslöser im Gebrauch der Hand integriert. Beim Volkswohl Bund heißt es:

‚ÄěEin Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person mit der rechten oder mit der linken Hand nicht mehr in der Lage ist, ‚Äď ein leeres, auf einem Tisch stehendes Wasserglas zu greifen und so umzudrehen, dass es auf der ge√∂ffneten Seite steht oder ‚Äď ein leeres Wasserglas 5 Minuten zu halten, auch nicht, wenn der Unterarm abgest√ľtzt wird. ‚Äú

Und bei der Dortmunder heißt es:

„ein leeres Wasserglas 5 Minuten zu halten, auch nicht, wenn der Unterarm abgest√ľtzt wird.“

Es geht beim Greifen und Halten um den Kraftaufwand. Mehr ist es nicht. Versichert ist es bei der Allianz, der Basler, der N√ľrnberger, der Signal und der Stuttgarter.

Bei der N√ľrnberger hei√üt es:

‚ÄěDie F√§higkeit der versicherten Person, mit einer Hand einen Gegenstand zu greifen und zu halten, ist zumindest an einer ihrer beiden H√§nde stark beeintr√§chtigt. Das bedeutet, dass sie mit der linken oder mit der rechten Hand nicht mehr in der Lage ist, einen leichten Alltagsgegenstand (z. B. ein Wasserglas, einen Stift oder einen Kochl√∂ffel) zu greifen und ununterbrochen f√ľr 5 Minuten, auch unter Ablage des Unterarmes, in der Luft zu halten, ohne dass er ihr aus der Hand f√§llt.‚Äú

Mir pers√∂nlich gef√§llt es zwar, wenn ich mir aussuchen kann, welchen Gegenstand ich nicht mehr halten kann. Aber ich wei√ü ja auch, wie ich mit Hilfe des ¬ß 305 c (2) BGB auslegungsbed√ľrftige Begriffe zu meinen Gunsten interpretieren kann.

Ich f√§nde es besser, ich m√ľsste ein Seil der St√§rke x cm mit einem Gewicht von x kg f√ľr x Minuten halten, ohne dass es mehr als x cm verrutscht. Da g√§be es nix auszulegen.

Insgesamt m√ľssen wir ja immer alle Ausl√∂ser auf Schnittmengen mit anderen Ausl√∂sern pr√ľfen. Und Greifen und Halten muss ich z.B. alles, was ich Heben und Tragen will. Deswegen ist hier die Ausdauer und die Feinmotorik der wesentliche Faktor. Die Kraft kommt beim Heben zum Tragen. Wahnsinns Wortwitz!

Gebrauch der Arme im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Bei den Armen geht es um Beweglichkeit und Kraft. Einige Versicherer sind schlau und machen da wieder 2 Ausl√∂ser daraus. Die Kraft ist dann bei der F√§higkeit ‚ÄěHeben und Tragen‚Äú dran.

Die Swiss Life hat beides in einem:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Gebrauchs der Arme liegt vor, wenn die Versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, den rechten oder linken Arm in gestreckter Armhaltung bis auf Schulterh√∂he zu heben und 10 Sekunden lang in dieser Position zu halten und mit dem Arm, der nicht auf Schulterh√∂he gehoben werden kann, gleichzeitig auch nicht f√§hig ist, einen mit einem Griff versehenen Gegenstand von 5 kg von einem Tisch zu heben und 5 Meter weit auf festem und ebenem Boden gehend zu tragen.

Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z. B. Zustand nach Schlaganfall, Morbus Parkinson) erkl√§rbar sein.‚Äú Da ist an sich alles drin und es gibt auch nix zu meckern.

Wenn man aber genauer hinsieht, bekomme ich bei der Swiss Life erst Geld, wenn ich BEIDE Ausl√∂ser nicht erf√ľlle. Kann ich noch eines von beiden, bekomme ich nix.

Weil die Swiss Life hier mitliest, wurde der Ausl√∂ser zum April 2021 ge√§ndert. Jetzt muss ich einen Arm 10 Sekunden auf Schulterh√∂he halten ODER einen 200g schweren Gegenstand im Regal platzieren. Das gef√§llt mir schon besser ūüôā

Verschiedene Definitionen

Die Allianz macht unbewusst, vermute ich, ein ziemliches Fass auf: ‚ÄěDie versicherte Person ist nicht mehr in der Lage, mit dem linken oder dem rechten Arm in Schulter- bzw. Brusth√∂he zu arbeiten.
Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sein.

Wie ich schon oben erkl√§rt habe, hat die Grundf√§higkeitsversicherung nix mit meinem Beruf zu tun. Trotzdem schreibt die Allianz, dass ich f√ľr diesen Leistungsausl√∂ser au√üerstande sein muss, in Schulter- bzw. Brusth√∂he zu arbeiten. Tja‚Ķ Als Versicherungsmakler arbeite ich √ľberhaupt nicht auf Schulterh√∂he. Darf ich mir jetzt eine Arbeit aussuchen?

Ich denke, ich weiß, was die Allianz meint. Nämlich alltägliche Aufgaben, wie eine Tasse oder ein Buch ins Regal stellen. Dann sollte ich das aber auch so schreiben. So ist das durchaus angreifbar.

Da es zeitlich nicht begrenzt ist, k√∂nnte ich ja einfach mal behaupten, dass ich nicht mehr einen Tag als Eisenbieger arbeiten kann. Denn rechtlich ist es ja so, dass der Versicherer die M√∂glichkeit hat, alles gut verst√§ndlich und objektiv √ľberpr√ľfbar zu formulieren. Wenn er das nicht schafft, dann darf ich das so interpretieren, wie ich das will. So steht das in ¬ß 305 c (2) BGB. Eine gute Argumentation und ein Anwalt sind aber sicher trotzdem hilfreich.

Lieber klare Definitionen

Die N√ľrnberger hat das so gel√∂st:

‚ÄěDie F√§higkeit der versicherten Person, einen Arm zu gebrauchen, ist zumindest an einem ihrer beiden Arme stark beeintr√§chtigt. Das bedeutet, dass sie mit dem linken oder dem rechten Arm nicht mehr in der Lage ist, in Schulter- bzw. Brusth√∂he einen 200 g leichten Gegenstand auf einem Regal in Schulter- bzw. Brusth√∂he zu platzieren und wieder herunter zu nehmen.‚Äú

Anders aber auch sehr gut haben das z.B. der Volkswohl Bund, die Helvetia und die R+V gelöst:

‚ÄěDer Verlust der Grundf√§higkeit Gebrauch eines Arms liegt vor, wenn die versicherte Person den linken oder den rechten Arm nicht
‚Äď seitw√§rts bewegen und 10 Sekunden abgespreizt auf Schulterh√∂he halten,
‚Äď nach vorne bewegen und 10 Sekunden abgespreizt auf Schulterh√∂he halten und
‚Äď in beide Richtungen drehen kann.‚Äú

Bei der Basler muss ich den Arm nicht drehen. Nur nach vorne ODER seitlich heben und 10 Sekunden halten. Damit muss die Beweglichkeit stärker eingeschränkt sein, um Leistung zu erhalten als bei den vorhergenannten.

Die DEVK verlangt einen Nackengriff und einen Schultergriff. Dazu muss ich etwa genauso gelenkig sein. Allerdings muss ich den Arm im Gelenk auch nach hinten drehen, was unter Umständen auch mal schwieriger sein kann.

Deshalb hat hier die Dortmunder alles drin. Arme nach vorne und seitlich heben und auch Nacken- und Sch√ľrzengriff, der jeweils 10 Sekunden gehalten werden muss. Best of all, irgendwie.

Heben und Tragen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Au√üer der Allianz, der HUK, der R+V, der W√ľrttembergischen und der Zurich hat diesen Ausl√∂ser jeder. Sogar die Swiss Life, die ja schon beim Gebrauch der Arme verlangt, 5 kg 5 m weit zu tragen. Sie schreibt:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Hebens und Tragens liegt vor, wenn die Versicherte Person mit der rechten oder mit der linken Hand nicht mehr in der Lage ist, einen mit einem Griff versehenen Gegenstand, der ein Gewicht von 2 kg hat, vom Boden anzuheben und mit dieser Hand 1 Minute lang zu halten.

Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z. B. Zustand nach Schlaganfall, schwere Arthrosen) erkl√§rbar sein.‚Äú

Merkw√ľrdig ist, dass die Swiss Life hier weniger Gewicht verlangt. Daf√ľr muss ich das Gewicht nicht tragen. Ich muss es eine Minute halten. Da die Swiss Life hier mitliest, haben sie den Ausl√∂ser ge√§ndert. Jetzt muss ein 5kg-Gewicht 5m weit getragen werden.

Die √ľbrigen Anbieter verlangen, die 2 kg 5 m weit zu tragen. Nur die Gothaer, die Basler und wie erw√§hnt, die Swiss Life schreiben von 5 kg. Dadurch ist der Ausl√∂ser vermutlich nicht nur mathematisch besser. Denn wenn eine Hand so eingeschr√§nkt ist, dass sie keine 2 kg mehr heben und tragen kann, dann wird sie auch nicht ausreichend unterst√ľtzen k√∂nnen, um 5 kg zu tragen.

Knien und B√ľcken im Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung

Ich denke, das Knien und B√ľcken ist eine sehr wichtige Grundf√§higkeit. Gef√ľhlt ist die allt√§gliche Belastung des R√ľckens und der Knie h√∂her als beispielsweise der Arme und der H√§nde.

Ich muss aber wissen, dass ich nicht schon eine Leistung erhalte, wenn ich nicht mehr arbeiten kann, weil das andauernde Knien und B√ľcken nicht mehr geht. Ich muss schon den Leistungsausl√∂ser, der in den Bedingungen steht, erf√ľllen.

Bei der Zurich ist das ganz gut gelungen:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Kniens oder B√ľckens liegt vor, wenn die versicherte Person nicht f√§hig ist,

  • sich auf den Boden niederzuknien und sich dann wieder aufzurichten oder
  • sich so weit zu b√ľcken, dass sie einen Bleistift vom Boden aufheben k√∂nnte und sich dann wieder aufzurichten.‚Äú
Ich muss einen Bleistift aufheben. Das ist in der Regel schwieriger als nur den Boden zu ber√ľhren, wie es bei den anderen Marktteilnehmern der Fall ist.

Die Bayerische ist etwas katholischer als der Rest und verlangt das Knien mit beiden Knien:

‚ÄěDer Verlust der Grundf√§higkeit Knien liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, sich auf einem ebenen und festen Untergrund mit beiden Knien auf den Boden hinzuknien und sich ohne Unterbrechung aus eigener Kraft (auch mit Abst√ľtzen am Boden) wiederaufrichten kann.

Der Verlust der Grundf√§higkeit B√ľcken liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, sich aus eigener Kraft so weit zu b√ľcken (auch mit angewinkelten Knien), dass sie mit den Fingerspitzen beider H√§nde den Boden ber√ľhrt und sich ohne Unterbrechung aus eigener Kraft (auch mit Abst√ľtzen am Boden) wiederaufrichten kann.‚Äú

Die Signal fand das irgendwie gut und hat das √ľbernommen. Es bleibt abzuwarten, ob der Markt folgt. Grunds√§tzlich ist es aber schon schwieriger, sich mit beiden Knien hinzuknien. Stand April 2021 verlangt jetzt auch die Dortmunder beide Knie. Auf Helvetia verlangt beide Knie.

Die Basler hat das beste aus beiden Welten. Ich muss mich mit beiden Knien hinknien und beim B√ľcken einen leichten Gegenstand (z.B. einen Bleistift) aufheben.

Ich w√ľrde ein Blatt Papier nehmen. Das ist leicht, l√§sst sich aber kaum greifen 🙂

Die W√ľrttembergische hat diesen Ausl√∂ser nicht.

Schreiben im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Schreiben ist im Wesentlichen eine feinmotorische Leistung der Hand. Wie oben schon erw√§hnt, hat die Canada Life den Ausl√∂ser auch beim ‚ÄěGebrauch der Hand‚Äú eingeschlossen.

Diese Grundf√§higkeit haben die Basler, Die Bayerische, Die Dortmunder, die Gothaer, die Helvetia, die HUK Coburg, die N√ľrnberger, die Signal, die Stuttgarter, die Swiss Life und der Volkswohl Bund im Tarif.

Bei der Gothaer heißt es:

‚ÄěEin Verlust der Schreibf√§higkeit liegt vor, wenn die versicherte Person wegen einer k√∂rperlichen Ursache nicht mehr schreiben kann.

Das bedeutet: Die versicherte Person

  • kann weder mit der rechten noch mit der linken Hand mindestens f√ľnf dreisilbige W√∂rter in Druckbuchstaben schreiben,
  • so dass ein unbeteiligter Dritter sie lesen kann.

Sie m√ľssen die Einschr√§nkung durch Befundberichte eines Facharztes belegen. Diese m√ľssen best√§tigen, dass die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sind.‚Äú
Bei allen anderen sind es 5 W√∂rter mit 10, bei der N√ľrnberger und der Basler 5 W√∂rter mit 5 Buchstaben. Ein dreisilbiges Wort mit mehr als 10 Buchstaben w√§re z.B. der Schweinestall.

Die Basler bringt einen Zeitwert mit ein. Die W√∂rter m√ľssen in 5 Minuten geschrieben sein. Das finde ich einen Schritt in die richtige Richtung. Die Helvetia macht das auch.

F√ľr unter 15 J√§hrige ist dieser Ausl√∂ser bei der HUK Coburg ausgeschlossen. Zwischen 14 und 18 kann ich den Ausl√∂ser MIT erneuter Gesundheitspr√ľfung beantragen. Ich wei√ü nicht genau, was das soll, aber so steht es echt in den Bedingungen‚Ķ

Tastatur benutzen

Die Canada Life und die Helvetia hat auch das Tastatur benutzen als Ausl√∂ser im ‚ÄěGebrauch der Hand‚Äú enthalten, die Basler und die Dortmunder im Ausl√∂ser ‚ÄěSchreiben‚Äú. Die Gothaer, die Swiss Life und Die Bayerische f√ľhren das extra auf.

Die Bayerische formuliert es so:

‚ÄěDer Verlust der F√§higkeit, eine Tastatur zu benutzen, liegt vor, wenn die versicherte Person auch unter Verwendung zumutbarer Hilfsmittel nicht mehr in der Lage ist, mindestens f√ľnf sinngebende W√∂rter mit jeweils mindestens zehn Buchstaben zu tippen oder abzutippen.

Ein Verlust der Grundfähigkeit Tastatur benutzen liegt nicht vor, wenn die Einschränkung durch die Verwendung zumutbarer Hilfsmittel vermieden werden kann. Zumutbares Hilfsmittel ist z.B. eine ergonomisch geformte Tastatur.“

Die Gothaer so:

‚ÄěEin Verlust der F√§higkeit zu tippen liegt vor, wenn die versicherte Person wegen einer k√∂rperlichen Ursache nicht mehr auf einer Tastatur tippen kann.

Das bedeutet: Die versicherte Person ist nicht mehr in der Lage,

  • eine Minute ohne Pause zielgerichtet mit einem Finger zu tippen.
  • Zielgerichtet hei√üt zum Beispiel, eine vorgegebene Reihe von Buchstaben tippen zu k√∂nnen.

Sie m√ľssen die Einschr√§nkung durch Befundberichte eines Facharztes belegen. Diese m√ľssen best√§tigen, dass die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sind.‚Äú

Es w√§re sinnvoll, beide Ausl√∂ser zu kombinieren. Denn 5 W√∂rter mit 10 Buchstaben zu tippen, ist nur dann sinnvoll zu bewerten, wenn ich wei√ü, wie lange ich daf√ľr brauchen darf. Und zu wissen, dass ich eine Minute ohne Pause tippen muss, ist nur dann sinnvoll messbar, wenn eine Anzahl an Buchstaben vorgegeben ist.

Ich kann auch 2 W√∂rter in einer Minute ‚Äěfl√ľssig‚Äú, also ohne Pause, schreiben. Das ist halt keine sinnvolle Nutzung einer Tastatur. Aber mit dem Geier-Such-System geht das auch bei st√§rkeren Einschr√§nkungen.

Fingerfertigkeit Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Die N√ľrnberger hat das Tippen in dem Ausl√∂ser ‚ÄěFingerfertigkeit‚Äú. Das ist im Grunde die Feinmotorik der Hand.

‚ÄěDie Fingerfertigkeit der versicherten Person ist an beiden H√§nden stark beeintr√§chtigt. Das bedeutet, dass sie

  • weder mit der linken noch mit der rechten Hand mehr in der Lage ist, eine Schraube mit Regelgewinde und 8 mm Durchmesser in eine passende Mutter zu schrauben, so dass sie sitzt, oder
  • weder mit der linken noch mit der rechten Hand mehr in der Lage ist, eine PC-Tastatur bestimmungsgem√§√ü zu bedienen, so dass sie 5 W√∂rter, jeweils in der L√§nge von 5 Buchstaben, tippen kann.‚Äú

Diesen Ausl√∂ser hat nur noch der Volkswohl Bund, die Dortmunder und die Basler. Da gef√§llt mir besonders gut, dass der VWB meinen Vorschlag aus einem fr√ľheren Artikel zu diesem Thema aufgenommen hat und mit einem Schl√ľsselrohling eine T√ľr √∂ffnen l√§sst:

‚ÄěEin Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person mit der rechten oder mit der linken Hand nicht mehr in der Lage ist, ‚Äď eine passende Mutter auf ein fixiertes Regelgewinde von 10 mm Durchmesser (metrisches ISO-Gewinde M10) zu schrauben oder ‚Äď eine Haust√ľr mit Zylinderschloss aufzuschlie√üen, wenn sich der Schl√ľssel bereits im Schloss befindet. ‚Äú

Bei der Basler hat das Gewinde 8mm Durchmesser, was auf dem Papier 20% besser ist, aber in der Praxis wahrscheinlich nicht so sehr ins Gewicht f√§llt. Au√üerdem kann ich den Ausl√∂ser bei der Basler dar√ľber erreichen, dass ich einen unbesch√§digten Rei√üverschluss einer Jacke aufziehen kann. Das l√§sst sich gef√ľhlt auch gut erreichen, da die Finger mit einiger Kraft den Rei√üverschluss festhalten m√ľssen.

Ich w√§re noch weiter gegangen und h√§tte den Schl√ľsselrohling vom Tisch aufnehmen und ins Schloss stecken lassen. Aber das ist wohl zu schwierig.

Gehen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Wieder wichtiger ist der Gebrauch der Beine. Diese F√§higkeit hat im gesamten Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung so keiner. Aber Gehen und Treppensteigen haben alle. Ist f√ľr mich aber mehr oder weniger das Gleiche. Ist auch bei allen im Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung mehr oder weniger gleich formuliert. Hier die Gothaer:

‚ÄěEin Verlust der F√§higkeit des Gehens liegt vor, wenn die versicherte Person wegen einer k√∂rperlichen Ursache nicht mehr gehen kann.

Das bedeutet:

  • Die versicherte Person kann keine Entfernung von 400 Meter √ľber einen festen, ebenen Boden gehend zur√ľcklegen,
  • ohne sich abzust√ľtzen oder zu setzen.

Sie m√ľssen die Einschr√§nkung durch Befundberichte eines Facharztes belegen. Diese m√ľssen best√§tigen, dass die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sind.

Ein Verlust der F√§higkeit des Gehens liegt nicht vor, wenn gilt: Diese Einschr√§nkung kann durch die Verwendung zumutbarer Hilfsmittel vermieden werden. Hilfsmittel k√∂nnen zum Beispiel ein Gehstock oder eine Prothese sein. Nicht zu den Hilfsmitteln z√§hlen jedoch Unterarmst√ľtzen und Rollatoren.‚Äú

Die Benennung der Hilfsmittel, die nicht zul√§ssig sind, hebt diese Definition von anderen ab. Tats√§chlich ist mir ein Fall bekannt, in dem die Leistung abgelehnt wurde, weil der Kunde mit Unterarmst√ľtzen es einmal um die Aschenbahn geschafft hat.

Die Canada Life weicht auch inhaltlich ab und leistet erst, wenn ich keine 200m mehr gehen kann.

Positiv weicht jetzt die Helvetia ab, weil ich f√ľr die 400m nicht mehr als 20 Minuten Zeit habe. Der Zeitwert ist zwar gro√üz√ľgig bemessen, aber besser als nix. Wie bei allen anderen…

Treppensteigen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Der Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung zeigt, dass beim Treppensteigen der Teufel im Detail steckt. Die Bayerische formuliert:

‚ÄěDer Verlust der Grundf√§higkeit Treppensteigen liegt vor, wenn die versicherte Person auch unter Verwendung zumutbarer Hilfsmittel nicht mehr in der Lage ist, 12 Treppenstufen mit einer f√ľr Wohngeb√§ude √ľblichen Stufenh√∂he von 18-20 cm (DIN 18065) und mit einem f√ľr Wohngeb√§ude √ľblichen Bodenbelag ohne Unterbrechung hinauf- und hinabzusteigen.

Ein Verlust der Grundfähigkeit Treppensteigen liegt nicht vor, wenn die Einschränkung durch die Verwendung zumutbarer Hilfsmittel vermieden werden kann. Zumutbare Hilfsmittel sind z.B. Treppengeländer, Treppenlauf oder Gehstock.“

Die Stuttgarter schreibt hingegen:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěTreppe steigen‚Äú liegt vor, wenn die versicherte Person ‚Äď auch bei Verwendung geeigneter zumutbarer Hilfsmittel (z. B. Treppenhandlauf) und Pausen von insgesamt maximal einer Minute ‚Äď nicht mehr in der Lage ist selbstst√§ndig eine Treppe von 12 gleich hohen Stufen mit √ľblicher Stufen h√∂he von 18 bis 20 cm und festem Bodenbelag hinauf oder hinabzusteigen.‚Äú

Die Stuttgarter nennt eine maximale Pausenl√§nge, was sehr gut ist. Die Bayerische definiert etwas genauer. Das ist ok. Auch die Nennung der Hilfsmittel mein ich nicht. Bei der Bayerischen muss ich die Stufen hinauf- UND hinabsteigen, bei der Stuttgarter nur hinauf ODER hinab‚Ķ Das ist schnell mal √ľberlesen, aber dann doch sehr wichtig.Die Formulierung der Stuttgarter hat noch die Canada Life und die Gothaer.

Nur die Aachen M√ľnchener hat diesen Ausl√∂ser nicht.

Bei der Allianz hei√üt es, ich muss die Stufen ‚Äěohne Unterbrechung‚Äú schaffen. Das ist auch eine Unterbrechung von weniger als einer Minute. Im Zweifel gilt auch hier der ¬ß 305 c (2) BGB.

Stehen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Ich bin mir nicht sicher, welche Erkrankung oder Verletzung dazu f√ľhren w√ľrde, dass ich nach Gehen, aber nicht mehr Stehen kann. Ich k√∂nnte mir irgendwelche Venen-Erkrankungen vorstellen.

Die N√ľrnberger definiert das so:

‚ÄěDie F√§higkeit der versicherten Person, zu stehen, ist stark beeintr√§chtigt.
Das bedeutet, dass die versicherte Person auch bei Verwendung geeigneter und zumutbarer Hilfsmittel (z. B. Prothesen, Orthesen, St√ľtzbandagen; nicht aber mitgef√ľhrte Ger√§te wie Unterarm-Gehst√ľtzen) nicht mehr in der Lage ist, 10 Minuten durchgehend frei auf ebenem festem Boden stehen zu bleiben, auch nicht unter Ver√§nderung der Haltung.‚Äú

Fun Fact: Die N√ľrnberger ist der einzige Versicherer, bei dem die Grundf√§higkeit nicht verloren gehen muss. Hier muss sie stark beeintr√§chtigt sein. Im Ergebnis das gleiche. Sch√∂n ist, dass hier die Hilfsmittel definiert sind.

Bei der Swiss Life muss ich barfu√ü sein: ‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Stehens liegt vor, wenn die Versicherte Person auch mit Ver√§nderung der K√∂rperhaltung nicht mehr in der Lage ist, 10 Minuten lang barfu√ü auf festem und ebenem Boden zu stehen, ohne sich abzust√ľtzen.
Die Beschwerden, die zu den Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sein.‚Äú

Bei der Stuttgarter gehen auch orthop√§dische Schuhe: ‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěStehen‚Äú liegt vor, wenn die versicherte Person ‚Äď auch bei Verwendung geeigneter zumutbarer Hilfsmittel (z. B. Gehhilfe, orthop√§dische Schuhe) ‚Äď nicht mehr in der Lage ist selbst st√§ndig auf festem und ebenem Boden 10 Minuten lang ununterbrochen zu stehen und zwar auch dann nicht, wenn sie dabei ihre K√∂rperhaltung ver√§ndert oder sich dabei abst√ľtzt.‚Äú

In meinen Augen hat hier die Swiss Life die Nase vorn. Die Bayerische verlangt auch, barfuß zu sein.

Sitzen

Da kann ich mir kaum was vorstellen, ehrlich gesagt… Wenn ich nicht mehr sitzen kann, kann ich schon vorher nicht mehr gehen oder stehen. Im Einzelfall kann es aber nach einem Unfall schon mal relevant sein. Hier ist der Markt aber homogen.

Die Signal formuliert es wie alle anderen auch:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit Sitzen liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, 20 Minuten ununterbrochen auf einem Stuhl mit R√ľckenlehne zu sitzen, auch nicht mit √Ąnderung der Sitzposition oder mit Abst√ľtzen auf Armlehnen.‚Äú

Die Swiss Life verlangt einen orthop√§dischen, die Bayerische einen ergonomischen Stuhl. Das hat aber wohl eher klarstellenden Charakter. Und wenn, dann ist es eher eine Verschlechterung. Denn in den anderen Formulierungen k√∂nnte ich ja unterstellen, dass ein handels√ľblicher Stuhl mit Armlehnen und R√ľckenlehne gemeint ist.

Die W√ľrttembergische hat diesen Ausl√∂ser nicht.

Ziehen und Schieben

Die Basler hat bisher als einziger im gesamten Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung den Auslöser Ziehen und Schieben:

‚ÄěDie versicherte Person hat mindestens eine dieser F√§higkeiten verloren:

a. Ziehen
Die versicherte Person kann nicht einen mit einem Gewicht von 85 kg (das jeweilige Eigengewicht f√ľr Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) ordnungsgem√§√ü belade nen, manuellen, unbesch√§digten Standard-Handwagen oder Standard-Handhubwagen 100 Meter weit auf ebenem, festem Boden ziehen.

b. Schieben
Die versicherte Person kann nicht eine 85 kg (das jeweilige Eigengewicht f√ľr Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) schwere Person in einem manuellen, unbesch√§digten Standard-Rollstuhl 100 Meter weit auf ebenem, festem Boden schieben.‚Äú

Ich kann das noch nicht so recht bewerten. Ich denke mal, dass jemand, der selbst nur 50 kg wiegt, hier vielleicht schneller Probleme bekommen könnte. Interessant ist der Auslöser vor allem, weil er die Belastung mehrerer Gelenke gleichzeitig betrifft. Wer z.B. eine schmerzhafte Erkrankung eines Handgelenks hat, wird einen Rollstuhl nur im Kreis herum schieben können.

In meinen Augen w√§re es sinnvoller, ich m√ľsste immer mein Eigengewicht bewegen. So ist es ja auch bei Kindern geregelt.

Es ist zu beobachten, wie und ob da Mitbewerber nachziehen. Oder schieben. Wortwitz.

Schieben und Ziehen

Die Swiss Life hat jetzt den neuen Auslöser Schieben und Ziehen. Scheint mir sehr ähnlich zu Ziehen und Schieben.

„Ein Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěSchieben und Ziehen‚Äú liegt vor, wenn die Versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, einen ordnungsgem√§√ü beladenen, voll funktionsf√§higen und mit einem Schiebegriff ausgestatteten Standard-Transportwagen mit einem Maximalma√ü von 110 cm Gesamtl√§nge, 90 cm Gesamtbreite, 100 cm Gesamth√∂he und einem Gesamtgewicht von 60 kg, 100 Meter weit auf ebenem und festem Boden zu schieben oder zu ziehen.

Ein Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěSchieben und Ziehen‚Äú liegt weiterhin vor, wenn die Versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, einen ordnungsgem√§√ü beladenen, voll funktionsf√§higen und mit einem Schiebegriff ausgestatteten Standard-Speise- bzw. Servierwagen mit einem Maximalma√ü von 100 cm Gesamtl√§nge, 50 cm Gesamtbreite, 100 cm Gesamth√∂he und einem Gesamtgewicht von 60 kg, 100 Meter weit auf ebenem und festem Boden zu schieben oder zu ziehen.

Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z. B. Querschnittsl√§hmung, Zustand nach Schlaganfall) belegt werden.“

Zwei Dinge fallen auf: Hier sind die Ma√üe des Wagens genau definiert und das Gewicht ist 25kg weniger als bei der Basler. Haben da die R√ľckversicherer mittlerweile dazugelernt? Oder will die Swiss Life sich hier einfach im Wettbewerb angreifbar machen? Warten wir es ab…

Autofahren im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Das Autofahren ist ja keine F√§higkeit, sondern eine Fertigkeit. Ich muss das erlernen oder erlernen k√∂nnen. Da mehrere Dinge dazu f√ľhren k√∂nnen, dass mir die Fahrerlaubnis entzogen wird, ist dieser Ausl√∂ser verh√§ltnism√§√üig wichtig.

Und er macht sogar andere Ausl√∂ser √ľberfl√ľssig. So muss ich z.B. schon den F√ľhrerschein abgeben, wenn meine Sehkraft zu 50% beeintr√§chtigt ist. Im Ausl√∂ser Sehen darf ich maximal 5% Restsehverm√∂gen besitzen. Beim H√∂ren ist es √§hnlich und auch das Sitzen d√ľrfte mit diesem Ausl√∂ser √ľberfl√ľssig sein. Au√üer der Aachen M√ľnchener hat das jeder Versicherer in der Premium-Variante.

Die N√ľrnberger formuliert es folgenderma√üen:

‚ÄěDie versicherte Person hat aufgrund gesundheitlicher Beeintr√§chtigung die Fahrtauglichkeit Klasse B verloren. Das bedeutet, dass sie infolge Krankheit, Verletzung des K√∂rpers oder Kr√§fteverfalls gesundheitlich beeintr√§chtigt und ausschlie√ülich deswegen nicht mehr in der Lage ist, einen Personenkraftwagen (PKW) der Klasse B zu f√ľhren, weswegen ein Gutachten entsprechend ¬ß 11 F√ľhrerscheinverordnung (FeV) vom 13. Dezember 2010 die fehlende Fahrtauglichkeit

  • voraussichtlich mindestens f√ľr die Dauer des vereinbarten Prognosezeitraums feststellt oder
  • bereits mindestens f√ľr die Dauer des vereinbarten Prognosezeitraums festgestellt hat

und der versicherten Person infolge dessen die Fahrerlaubnis der Klasse B nachweislich entzogen wird oder nicht mehr erteilt werden kann. Der Versicherungsfall endet, wenn die versicherte Person aus gesundheitlichen Gr√ľnden wieder geeignet w√§re, einen F√ľhrerschein der Klasse B zu erhalten.

Von vornherein vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholkonsum oder Drogenkonsum verursacht wurden (‚ÄěDrogenkonsum‚Äú meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen (Medikamenten)).‚Äú

Logisch ist, dass ich kein Geld bekomme, wenn ich wegen Alkohol oder Drogen meinen F√ľhrerschein verliere.

Sinnvolle Formulierungen

Mir gef√§llt hier gut, dass es ausdr√ľcklich um den PKW-F√ľhrerschein geht. Bei der Canada Life, der Gothaer und der Dortmunder gilt es ebenfalls f√ľr Kraftr√§der.

Ebenfalls positiv ist, dass ich den F√ľhrerschein nicht verlieren muss. Ich erhalte auch meine Rente, wenn ich den F√ľhrerschein nicht machen k√∂nnte. Das ist deswegen wichtig, weil die Grundf√§higkeitsversicherung auch mal an Sch√ľler verkauft wird, die noch keinen F√ľhrerschein haben. Bei der Swiss Life, der Zurich, der DEVK, der Dortmunder und der Stuttgarter gilt die Klausel nach dem Wortlaut der Bedingungen erst nach Erwerb des F√ľhrerscheins. Bei der HUK Coburg ist der Schutz sogar vor dem 18. Lebensjahr ausgeschlossen.

Unterschiede in den Bedingungen

Die Bayerische hat ihre Klausel positiv erweitert:

‚ÄěDer Verlust der F√§higkeit zum Autofahren liegt vor, wenn die VERSICHERTE PERSON aufgrund von k√∂rperlichen Ursachen nicht mehr zum F√ľhren eines Personenkraftwagens (PKW) in der Lage ist.

Dazu muss aus k√∂rperlichen Gr√ľnden die Fahrerlaubnis f√ľr PKW nachweislich entzogen oder nachweislich freiwillig bei der zust√§ndigen F√ľhrerscheinbeh√∂rde abgegeben werden.

Ein verkehrsmedizinisches Gutachten muss best√§tigen, dass die versicherte Person aufgrund von k√∂rperlichen Einschr√§nkungen nicht mehr zu F√ľhren eines PKW in der Lage ist.

Es liegt ‚Äď vorbehaltlich Satz 2 ‚Äď ebenfalls der Verlust der F√§higkeit zum Autofahren vor, wenn die VERSICHERTE PERSON aus k√∂rperlichen Gr√ľnden keine Fahrerlaubnis f√ľr PKW mehr erwerben kann.

Dies gilt f√ľr einen Zeitraum von 20 Jahren, beginnend ab dem Zeitpunkt, ab dem der Erwerb der Fahrerlaubnis f√ľr PKW f√ľr die VERSICHERTE PERSON erstmals m√∂glich ist oder m√∂glich war. Ein verkehrsmedizinisches Gutachten muss best√§tigen, dass die VERSICHERTE PERSON aus k√∂rperlichen Gr√ľnden keine Fahrerlaubnis f√ľr PKW mehr erwerben kann.‚Äú

Die Bayerische leistet also auch, wenn ich den F√ľhrerschein freiwillig abgebe. In der Regel wird mir der F√ľhrerschein erst entzogen, wenn ich im Stra√üenverkehr auffalle. Ich denke mal, dass alle anderen Versicherer auch leisten w√ľrden, wenn ich den F√ľhrerschein abgebe. Aber es ist selbstverst√§ndlich besser, wenn es in den AVB geregelt ist.

Es w√§re in meinen Augen noch zu kl√§ren, wo ich das verkehrsmedizinische Gutachten herbekomme, wenn ich den F√ľhrerschein freiwillig abgebe. Ich hab keine Ahnung, ob und wo ich so was beantragen kann. Und ich wei√ü auch nicht, was das kostet.

Mittlerweile hab ich mich mal informiert. So ein Gutachten kostet etwa 500-1.000 Euro. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, welche Anforderungen es dann erf√ľllen muss und ob die Bayerische da jedes Gutachten akzeptiert oder es eben ein Gegengutachten gibt‚Ķ

Die Bayerische hat die Freiwilligkeit als einziger Versicherer ausformuliert. Die Dortmunder leistet aber ebenfalls, wenn der F√ľhrerschein unaufgefordert abgegeben wird.

Nachteilige Formulierung

Wer bis zu seinem 38. Lebensjahr keinen F√ľhrerschein hat, hat keinen Anspruch mehr auf Leistung aus dieser Klausel. Das erscheint mir nicht ganz ok. Ich kann verstehen, dass die Bayerische sich davor sch√ľtzen will, dass jemand mit 50 dann pl√∂tzlich so tut, als wolle er den F√ľhrerschein erwerben, aber schon wei√ü, dass er ihn aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht mehr bekommt.

Allerdings hat er halt genau daf√ľr die ganze Zeit bezahlt. In meinen Augen m√ľsste der Tarif dann mit 37 g√ľnstiger werden. Au√üerdem m√ľsste der Kunde explizit auf die Einschr√§nkung hingewiesen werden. Bisher hat diese Formulierung nur die Bayerische und der Volkswohl Bund.

Aber wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen‚Ķ Praktisch d√ľrfte es nur selten so sein, dass jemand mit 50 Jahren darauf k√§me, dass seine Einschr√§nkung ihn davon abhalten w√ľrde, seinen F√ľhrerschein zu machen, was er bisher nicht gemacht hat. Andererseits ist vor allem die Generation Y und Z daf√ľr bekannt, auf einen eigenen PKW zu verzichten.

Ich beobachte mal, ob sich das am Markt durchsetzt.

Die HUK Coburg schlie√üt diese F√§higkeit f√ľr unter 15-J√§hrige aus. Aber auch hier kann ich den Leistungsausl√∂ser MIT erneuter Gesundheitspr√ľfung einschlie√üen. Also auch hier nur ein scheinbarer Vorteil. Praktisch ist diese Klausel ohne Nutzen.

Die Gothaer ber√ľcksichtigt seit neuestem auch das Ein- und Aussteigen in ein Auto. Damit ist weder ein SUV, noch ein Sportwagen gemeint. Ein normales Auto, halt. Das ist vor allem f√ľr alle interessant, die mit dem BMI ein Problem haben. Denn da kann es durchaus mal sein, dass das Ein- und Aussteigen nicht mehr klappt. Aber auch Einschr√§nkungen im Bewegungsapparat k√∂nnen zum Verlust dieser Grundf√§higkeit f√ľhren. Die Swiss Life zieht hier nach und definiert die Sitzh√∂he zwischen 50cm bis 75cm √ľber dem Boden.

Die Basler hat diesen Auslöser unter dem Überbegriff Mobilität zusammengefasst, was ich sehr treffend finde.

Die W√ľrttembergische hat diesen Ausl√∂ser ‚Äď √úberraschung- nicht.

Der Intellekt im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Mit Intellekt ist nicht unbedingt das gemeint, was man landl√§ufig darunter verstehen w√ľrde.

Die N√ľrnberger formuliert es folgenderma√üen:

‚ÄěIn Bezug auf
die Auffassungsgabe oder
die Konzentration bzw. Aufmerksamkeit oder
das Gedächtnis oder
die Handlungsplanung

ist die geistige Leistungsf√§higkeit der versicherten Person schwer gest√∂rt (z. B. durch eine Demenz, Schizophrenie, Psychose). Das bedeutet, dass die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, alltagsrelevante T√§tigkeiten (z. B. die Organisation oder Strukturierung des eigenen Tagesablaufs) auszuf√ľhren.

Die Erkrankung/Verletzung des zentralen Nervensystems ist durch einen Neurologen, Psychiater oder Nervenarzt festzustellen und von diesem ist mittels eines √ľblicherweise standardisierten Tests zu zeigen, dass die versicherte Person in Bezug auf die bei ihr gest√∂rte F√§higkeit (Auffassungsgabe bzw. Konzentration/Aufmerksamkeit bzw. Ged√§chtnis bzw. Handlungsplanung) zu den schlechtesten 10 % der Bev√∂lkerung geh√∂rt. Es kommen je nach gest√∂rter F√§higkeit z. B. folgende Tests in Betracht:

Auffassungsgabe: HAWIE, WST o. √Ą.
Konzentration/Aufmerksamkeit: D2, TAP o. √Ą.
Ged√§chtnis: VLMT, AVLT o. √Ą.
Handlungsplanung: Turm von Hanoi, ZVT o. √Ą.

Von vornherein vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum verursacht wurden (‚ÄěDrogenkonsum‚Äú meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen (Medikamenten)).‚Äú

Unterschiede in den Formulierungen

Bis auf die Swiss Life verlangen alle Versicherer, dass ich zu den schlechtesten 10% bei den geforderten Tests gehöre. Wann genau ich in alltagsrelevanten Tätigkeiten entscheidend eingeschränkt bin, ist nicht ganz klar. Die Swiss Life und Die Bayerische schließen leichtgradige Intelligenzminderung explizit aus.

Warum Die Bayerische das tut, wenn die H√ľrde doch sowieso bei 10% liegt, ist unklar. Die Stuttgarter schlie√üt es nicht explizit aus, verlangt aber eine mindestens mittelgradige Intelligenzminderung. Auch hier ist nicht ganz klar, wieso das zus√§tzlich zu den 10% gefordert ist.

Bis auf die Aachen M√ľnchener und die W√ľrttembergische haben das alle Premium-Tarife versichert.

Eigenverantwortliches Handeln im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Hier geht es darum, ob mir vom Gericht ein Betreuer bestellt wurde. Die Stuttgarter formuliert wie folgt:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěEigenverantwortliches Handeln‚Äú liegt vor, wenn die versicherte Person
aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung mindestens 6 Monate lang ununterbrochen gesetzlich betreut werden muss oder seit mindestens 6 Monaten ununterbrochen gesetzlich betreut wird.

Abweichend von § 2 Absatz (5) leisten wir auch, wenn die gerichtliche Entscheidung zur gesetzlichen Betreuung auf psychischen oder psychosomatischen Beeinträchtigungen beruht.“ Psychische und psychosomatische Erkrankungen sind explizit eingeschlossen.

Die Aachen M√ľnchener, Allianz und Zurich haben diese Klausel nicht. Bei der HUK Coburg ist die Klausel bei Unter-15-J√§hrigen ausgeschlossen.

Die Canada Life, DEVK und die Gothaer verlangen eine Betreuung f√ľr mindestens 12 Monate.

Die H√ľrde ist ziemlich hoch. Es m√ľssten schon schwere Depressionen oder Schizophrenie vorliegen, damit eine Betreuung verordnet wird. Aber immerhin sind psychische Erkrankungen im schlimmsten Fall mitversichert.

Wem die psychischen Erkrankungen √ľber den Intellekt und das eigenverantwortliche Handeln nicht ausreichend versichert ist, der kann die Leistung √ľber einen Zusatzbaustein erweitern. Beim Volkswohl Bund liest sich das so:

Psychische Erkrankungen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

‚ÄěHaben Sie mit uns den Baustein ‚ÄěPsyche PLUS‚Äú vereinbart, so betrachten wir auch eine schwere Depression gem√§√ü Buchstabe a) sowie eine Schizophrenie gem√§√ü Buchstabe b) als eine Beeintr√§chtigung der Leistungsf√§higkeit.

a) Eine schwere Depression im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erf√ľllt ist:

  • Die versicherte Person leidet unter einer schweren depressiven Episode, die bereits 12 Monate andauert.
  • Bei der versicherten Person sind mehrere schwere depressive Episoden mit einer Gesamtdauer von mindestens 12 Monaten aufgetreten, wobei zwischen zwei schweren depressiven Episoden ein Zeitraum von h√∂chstens 6 Monaten lag.

b) Eine Schizophrenie im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erf√ľllt ist:

  • Die versicherte Person leidet unter einer Schizophrenie, die bereits 12 Monate ununterbrochen andauert und aufgrund welcher in diesem Zeitraum bereits mindestens ein station√§rer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik stattgefunden hat.
  • Die versicherte Person leidet unter einer Schizophrenie, wegen der sie bereits f√ľr mindestens 8 Wochen in einer psychiatrischen Klinik ununterbrochen station√§r behandelt wurde. Der Beginn der schweren Depression oder Schizophrenie muss in der Laufzeit dieser Versicherung liegen.

Die Diagnose

Die Diagnose der schweren Depression oder Schizophrenie muss ein Facharzt f√ľr Psychiatrie mit den nach aktuellem medizinischen Wissensstand √ľblichen Befunderhebungen feststellen. Wir leisten, solange eine schwere Depression oder Schizophrenie wie oben beschrieben vorliegt. Das bedeutet: ‚Äď Wir leisten r√ľckwirkend ab Beginn der schweren Depression oder Schizophrenie.

Wir stellen bei einer schweren Depression die Leistungen erst ein, wenn √ľber einen Zeitraum von 6 Monaten keine schwere depressive Episode mehr vorlag. ‚Äď Wir stellen bei einer Schizophrenie die Leistung erst ein, wenn von einem Facharzt f√ľr Psychiatrie bescheinigt wird, dass die Diagnosekriterien f√ľr Schizophrenie √ľber einen Zeitraum von mindestens einem Jahr nicht mehr erf√ľllt sind.

Insbesondere darf in diesem Zeitraum kein erneuter station√§rer Aufenthalt aufgrund von Schizophrenie stattgefunden haben. Ausdr√ľcklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, bei denen die schwere Depression oder die Schizophrenie ganz oder teilweise auf Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch zur√ľckzuf√ľhren ist.‚Äú

Schizophrenie und schwere Depression im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Diesen Baustein haben außerdem die Swiss Life, Die Dortmunder, Die Bayerische und die Stuttgarter.

Der Prognosezeitraum liegt bei allen bei 12 Monaten. Bei der schweren Depression muss quasi die Netto-Zeit bei 12 Monaten liegen. Wenn ich eine depressive Episode habe, die 4 Monate dauert und innerhalb von maximal 6 Monaten eine weitere mit 4 Monaten habe, reicht das nicht aus.

Erst wenn ich eine weitere Phase mit 4 Monaten habe, ist der Prognosezeitraum erf√ľllt.

Es w√§re spannend zu erfahren, wie h√§ufig das vorkommt. Man mag es niemandem w√ľnschen. Bei der Schizophrenie muss ich entweder die 12 Monate erf√ľllen oder 8 Wochen am St√ľck station√§re aufgenommen werden. Das ist auch nicht ohne.

Was macht die N√ľrnberger?

Die N√ľrnberger hat das f√ľr den Kunden besser gel√∂st. Hier hei√üt es:

‚ÄěVersicherungsfall ist die vollst√§ndige Erwerbsminderung infolge psychischer Erkrankung. Das bedeutet, dass die versicherte Person aufgrund einer St√∂rung im Sinne des Kapitels V (‚ÄěPsychische und Verhaltensst√∂rungen‚Äú) der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM-2018; Stand 01.01.2018), die fach√§rztlich nachzuweisen ist,

  • voraussichtlich mindestens 12 Monate ununterbrochen nicht mehr in der Lage ist oder
  • bereits f√ľr mindestens 12 Monate ununterbrochen nicht mehr in der Lage gewesen ist, 3 Stunden t√§glich eine Erwerbst√§tigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszu√ľben (H√∂he der Eink√ľnfte sind nicht ma√ügeblich).

Die Verh√§ltnisse am Arbeitsmarkt, insbesondere die Verf√ľgbarkeit von Arbeitspl√§tzen, sowie der bisher ausge√ľbte Beruf der versicherten Person werden bei der Feststellung der Erwerbsunf√§higkeit nicht ber√ľcksichtigt. In beiden F√§llen leisten wir gegebenenfalls bereits r√ľckwirkend ab Beginn des Prognosezeitraums. Der Bescheid eines Sozialversicherungstr√§gers ist f√ľr uns nicht bindend.

Bei diesem Zusatzbaustein gilt die primäre Risikobegrenzung nach § 1 Absatz 16 nicht, d. h. Ihr Versicherungsschutz umfasst bei diesem Zusatzbaustein insbesondere auch psychisch oder psychogen bedingte und/oder auf neurotischen Fehlentwicklungen beruhende Versicherungsfälle.

Von vornherein vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum verursacht wurden (‚ÄěDrogenkonsum‚Äú meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen.‚Äú

Was bedeutet das?

Es sind, mit Ausnahme der alkohol- und drogenbedingten Störungen von F10-F19, alle psychischen Erkrankungen mitversichert. Da die vollständige Erwerbsminderung nicht ausschließlich infolge psychischer Erkrankung vorliegen muss, ist auch eine psychische Erkrankung als Begleitung einer körperlichen Erkrankung denkbar. Ebenso ist eine psychische Erkrankung mit Zusatzdiagnosen, wie z.B. Burn-Out, möglich.

Was macht die Basler?

Die Basler hat es sehr ähnlich gelöst. Allerdings sind die ausgeschlossenen psychischen Erkrankungen zahlreicher:

‚ÄěNicht versichert sind:
‚Äď Psychische St√∂rungen und Verhaltensst√∂rungen durch psychotrope Substanzen (F10-F19 ICD 10 GM Version 2020),
‚Äď absichtliches Erzeugen oder Vort√§uschen von k√∂rperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen (artifizielle St√∂rung; F68.1 ICD 10 GM Version 2020),
‚Äď Entwicklungsst√∂rungen (F80-F89 ICD 10 GM Version 2020),
‚Äď Verhaltens- und emotionale St√∂rungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F90-F98 ICD 10 GM Version 2020)
und
‚Äď nicht n√§her bezeichnete psychische St√∂rungen (F99-F99 ICD 10 GM Version 2020).


Psychische Erkrankungen f√ľhren in der Regel zu einer vollst√§ndigen Erwerbsminderung, weshalb der verschlossene Arbeitsmarkt so oder so keine Rolle spielen d√ľrfte.

Dass die N√ľrnberger und die Basler betonen, dass ein Bescheid eines Sozialversicherungstr√§gers nicht bindend sei, bedeutet nicht, dass die Bewilligung einer EMI durch die Deutsche Rentenversicherung nicht auch ausreichen kann. Daf√ľr spricht, dass zumindest der fr√§nkische Versicherer von Erwerbsminderung und nicht von Erwerbsunf√§higkeit spricht.

Die Definition der N√ľrnberger ist aber in jedem Fall kundenfreundlicher als die der Wettbewerber. Denn hier sind nicht nur schwere Depression und Schizophrenie versichert, sondern fast alle weiteren psychischen Erkrankungen ebenso.

Sich orientieren als Leistungsauslöser

Die Canada Life, die DEVK und die N√ľrnberger haben ‚ÄěSich orientieren‚Äú als Leistungsausl√∂ser definiert. Hat aber weniger mit Pfadfindern zu tun und mehr mit psychischen Erkrankungen. Die N√ľrnberger definiert wie folgt:

‚ÄěDie Orientierungsf√§higkeit der versicherten Person ist stark beeintr√§chtigt. Das bedeutet, dass sie sich selbst nicht mehr √∂rtlich und zeitlich zu ihrer Person orientieren kann (z. B. durch eine Hirnsch√§digung, Schizophrenie oder Psychose) und sie deswegen nicht mehr in der Lage ist, alltagsrelevante T√§tigkeiten (z. B. die Organisation oder Strukturierung des eigenen Tagesablaufs) auszuf√ľhren.

Die gesundheitliche Beeintr√§chtigung sowie die Unf√§higkeit, alltagsrelevante T√§tigkeiten auszuf√ľhren, ist durch einen Facharzt auf der Basis einer ausf√ľhrlichen Befunderhebung mit k√∂rperlicher sowie psychopathologischer Untersuchung und unter Verwendung psychometrischer Tests festzustellen. Der Facharzt hat zudem mittels eines √ľblicherweise standardisierten Tests, der die Orientierungsf√§higkeit pr√ľft (z. B. DemTect, MMSE, MMST o. √Ą.), zu zeigen, dass die versicherte Person zu den schlechtesten 10 % der Bev√∂lkerung geh√∂rt.

Von vornherein vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum verursacht wurden (‚ÄěDrogenkonsum‚Äú meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen (Medikamenten)).‚Äú

Dieser Auslöser ist eine Ergänzung zum Intellekt. Wie oft dieser Auslöser greifen kann, weiß ich nicht. Aber Haben ist halt immer besser als Brauchen.

BU-Option usw.

Apropos ‚ÄěHaben ist besser als Brauchen.‚Äú Es gibt zwei Optionen, die nicht nur vertrieblich sinnvoll sind bzw. sein k√∂nnen.

Da w√§re zun√§chst mal die BU-Option. Die Aachen M√ľnchener, Die Bayerische, die Canada Life, die DEVK, die Helvetia, die Signal Iduna, die Stuttgarter, der Volkswohl Bund, die W√ľrttembergische und die Zurich, erlauben einen Umtausch in eine Berufsunf√§higkeitsversicherung ohne erneute Gesundheitspr√ľfung. Vor allem bei der Bayerischen, wo ich schon mit 3 Jahren eine Grundf√§higkeitsversicherung abschlie√üen kann, ist diese Option sehr spannend.

Nicht zuletzt, weil ich bei der Umwandlung √ľberhaupt keine Probleme mehr habe wegen einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Die 10 Jahre sind dann schon vorbei und die BU-Versicherung von Beginn an sicher. Ausnahmen wie z.B. eine eingebrachte BU sind selbstverst√§ndlich immer zu bedenken.

Auch interessant ist die lebenslange Leistung von 50%, die bei der Canada Life möglich ist. Denn wenn wir die GFV nicht als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung verstehen, sondern als Krankheitskosten- oder Freizeit-Versicherung, ist es nur logisch, dass wir diese Ausgaben auch nach 67 haben.

Und da die Canada Life dieses Feature auch bei der Dread Disease anbietet, ist es nur konsequent. Denn die Absicherungen sind halt schon sehr ähnlich.

Au√üerdem hat die BU-Option die Zurich, die Signal, der Volkswohl Bund, die DEVK, die W√ľrttembergische und die Bayerische.

Herzfunktion

Deswegen ist die Absicherung der Herz- und Lungenfunktion, wie es die Dortmunder hat, kein richtiger Knaller. Beim Herzen heißt es:

‚ÄěDie Pumpleistung des Herzens der versicherten Person ist durch eine Verletzung oder eine Erkrankung wie zum Beispiel Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen oder Entz√ľndungen des Herzmuskels erheblich gemindert.

Eine erhebliche Minderung der Pumpleistung liegt vor, wenn die Ejektionsfraktion kleiner gleich 30 % oder das Fractional Shortening kleiner gleich 15 % ist.

Ejektionsfraktion und Fractional Shortening sind Messgr√∂√üen f√ľr die Pumpleistung des Herzens. Die Normalwerte sind ungef√§hr doppelt so hoch wie die vorgenannten Werte.
Die Pumpleistung des Herzens muss irreversibel gemindert und auch durch Medikamente nicht dauerhaft √ľber das oben beschriebene Ma√ü verbesserbar sein. Wir zahlen die Rente auch weiter, wenn sich die Funktionswerte durch eine Transplantation verbessern.‚Äú

Wir liegen hier im Bereich einer hochgradigen Einschränkung. Die Tabelle hört bei kleiner 30% auf. Eine Transplantation oder das Einsetzen eines Defibrillators ist angeraten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich dann auch keine 12 Stufen mehr hoch und runter steigen kann oder eine Kniebeuge nicht mehr möglich ist.

Lungenfunktion

Bei der Lungenfunktion ist es ähnlich:

‚ÄěDie Leistungsf√§higkeit der Lunge der versicherten Person ist durch eine Verletzung oder Erkrankung wie zum Beispiel schweres Asthma, Emphyseme oder chronische Entz√ľndungen dauerhaft und unumkehrbar erheblich eingeschr√§nkt. Das hei√üt,

  • die versicherte Person hat eine Sauerstoff-Langzeit-Therapie mit einem Umfang von mindestens 8 Stunden pro Tag begonnen und diese Therapie dauert noch an und
  • die verordnete Sauerstoff-Langzeit-Therapie erfolgt nach den g√ľltigen medizinischen Leitlinien.
Wir zahlen die Rente auch weiter, wenn sich die Lungenfunktion durch eine Transplantation von Lungengewebe verbessert.“ Auch hier ist es sehr wahrscheinlich, dass bereits andere Leistungsauslöser greifen.

Nierenfunktion

Die Basler hat auch die Nierenfunktion versichert:

‚ÄěEin Arzt f√ľr Nephrologie hat bei der versicherten Person ein endg√ľltiges, nicht mehr zu behebendes Versagen beider Nieren festgestellt. Deshalb muss eine regelm√§√üige Dialyse durchgef√ľhrt werden.‚Äú

Auch hier werden wahrscheinlich schon vorher andere Grundfähigkeiten verloren gegangen sein. Aber Haben ist besser als Brauchen.

Leberfunktion

Und um das Organ-Quartett voll zu machen, versichert die Basler auch die Leberfunktion:

‚ÄěEin Internist hat bei der versicherten Person eine Lebererkrankung oder Leberzirrhose im Endstadium festgestellt. Es m√ľssen dabei mindestens zwei der folgenden Krankheitsbilder vorliegen:
‚Äď Leber-Hirn-St√∂rung (Hepatische Enzephalopathie).
‚Äď Ansammlung von Fl√ľssigkeit in der Bauchh√∂hle (Aszites).
‚Äď Permanente Gelbsucht.
‚Äď Krampfadern (Varizen) in der Speiser√∂hre oder im Magen.
Fortgeschrittene Lebererkrankungen sind nicht versichert, wenn sie nachweislich durch Alkohol-, Drogen- oder Medika mentenabhängigkeit oder -missbrauch entstanden sind.“

Fahrlizenzverlust im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Nur die N√ľrnberger und die Basler leisten, wenn ich meine Fahrlizenz als Berufskraftfahrer aus gesundheitlichen Gr√ľnden verliere. Dieser Zusatzbaustein ist sehr m√§chtig. Und er schlie√üt die L√ľcke zwischen der Berufsunf√§higkeitsversicherung und der Grundf√§higkeitsversicherung. Denn er versichert eine Schl√ľsselt√§tigkeit, ohne die ein sinnvolles Arbeitsergebnis nicht mehr m√∂glich w√§re.

Im Unterschied zur BU-Versicherung ist ein Berufsbild versichert. Wenn ich was anderes arbeite, geht der Schutz nicht mit. Außerdem sind psychische Erkrankungen und Alkohol- und Drogenmissbrauch ausgeschlossen.

Die Klausel lautet bei der N√ľrnberger:

‚ÄěVersicherungsfall ist der Fahrlizenzverlust Klasse C oder D infolge gesundheitlicher Fahruntauglichkeit der versicherten Person, welche diese Lizenz f√ľr die Aus√ľbung Ihrer beruflichen T√§tigkeit zeitlich √ľberwiegend ben√∂tigt.

(a) Das bedeutet, dass die versicherte Person infolge Krankheit, Verletzung des K√∂rpers oder Kr√§fteverfalls gesundheitlich beeintr√§chtigt und ausschlie√ülich deswegen nicht mehr in der Lage ist, einen Lastkraftwagen (LKW) der Klasse C oder Bus der Klasse D zu f√ľhren, weswegen ein Gutachten entsprechend ¬ß 11 F√ľhrerscheinverordnung (FeV) vom 13. Dezember 2010 die fehlende Fahrtauglichkeit

  • voraussichtlich mindestens f√ľr die Dauer von 6 Monaten feststellt oder
  • bereits mindestens f√ľr die Dauer von 6 Monaten festgestellt hat

und der versicherten Person infolge dessen die Fahrerlaubnis der Klasse C oder D nachweislich entzogen wird. Der Beginn des Prognosezeitraums muss innerhalb der Versicherungsdauer liegen und wir leisten gegebenenfalls r√ľckwirkend ab Beginn des Prognosezeitraums.

Der Prognosezeitraum beginnt mit dem Tag, f√ľr den das Gutachten erstmals die fehlende Fahrtauglichkeit aufgrund der gesundheitlichen Beeintr√§chtigung feststellt.

Welche Fahrzeugklassen sind versichert?

Unter der Klasse C verstehen wir alle Unterklassen, nämlich die Klassen C1, C1E, C und CE. Unter der Klasse D verstehen wir alle Unterklassen, nämlich die Klassen D1, D1E, D und DE.

Ihr Versicherungsschutz ist in diesem Zusatzbaustein von vornherein begrenzt auf k√∂rperlich bedingte Versicherungsf√§lle (siehe ¬ß 1 Absatz 16). Ausgeschlossen sind au√üerdem alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholkonsum oder Drogenkonsum verursacht wurden (‚ÄěDrogenkonsum‚Äú meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen (Medikamenten)).

Weitere Voraussetzung ist, dass die versicherte Person die Fahrerlaubnis der Klasse C oder D f√ľr die Aus√ľbung ihrer vor Eintritt des Versicherungsfalls zuletzt ausge√ľbten beruflichen T√§tigkeit zeitlich √ľberwiegend ben√∂tigt.

(b) Vertragsanpassung bei Entwicklungssprung mit Ver√§nderung der F√ľhrerscheinklassen f√ľr Lastkraftwagen (LKW)/ Bus:

Sollten sich aufgrund eines technischen bzw. technologischen Entwicklungssprunges (z. B. autonomes Fahren) die F√ľhrerscheinklassen √§ndern und die bisher typischerweise √ľber die Fahrlizenzen Klasse C oder D verf√ľgenden Berufsgruppen deswegen √ľber eine Fahrlizenz einer neuartigen Klasse verf√ľgen, werden wir nach den dann g√ľltigen Rechnungsgrundlagen (Zins, Kosten, Tafel) einen entsprechend ver√§nderten Zusatzbaustein f√ľr LKW-/Busfahren f√ľr die neuartige Klasse entwickeln.

Nach einer f√ľr die Neuentwicklung erforderlichen und angemessenen √úbergangsfrist k√∂nnen Sie dann gegebenenfalls beantragen, dass Ihr Zusatzbaustein ohne erneute Gesundheitspr√ľfung entsprechend umgestellt wird.

Neuentwicklungen ber√ľcksichtigt

Bei der Neuentwicklung werden wir den Zusatzbauseiten so formulieren, dass der Beitrag möglichst identisch bleibt. Dies kann z. B. zur Folge haben, dass sich die Dauer der Prognosezeiträume ändert oder der Grad der beruflichen Erforderlichkeit von 50% nach oben oder unten angepasst werden muss.“

Berufskraftfahrer sind die gr√∂√üte Berufsgruppe in Deutschland. Und in der privaten Berufsunf√§higkeitsversicherung ist der Bedarf nur unter finanziellen Schmerzen zu decken. Mit dieser Klausel der N√ľrnberger geht es aber. Und da die N√ľrnberger Grundf√§higkeitsversicherung auch in der betrieblichen Altersversorgung m√∂glich ist, sollten sich hier ganze Unternehmen auf einen Streich versichern lassen.

Bei der Basler sind im Baustein Beruf Plus gleich 3 Dinge versichert:

‚ÄěWir erbringen die Leistungen nach 7.1 auch, wenn die versicherte Person folgende Grundf√§higkeiten verliert:

a. LKW-/Bus-F√ľhrerschein
Der versicherten Person wurde aus gesundheitlichen
Gr√ľnden die Fahrerlaubnis
‚Äď f√ľr LKW der Klassen C1, C1E, C oder CE oder
‚Äď Bus der Klassen D, DE, D1 oder D1E
‚Äď entzogen oder nicht erteilt. Der F√ľhrerschein wurde eingezogen oder abgegeben. Die Fahrtauglichkeit ist f√ľr mindestens sechs Monate aufgehoben.
Die versicherte Person ben√∂tigt √ľberwiegend den F√ľhrerschein f√ľr die zuletzt ausge√ľbte berufliche T√§tigkeit. Das hei√üt, die T√§tigkeit kann ohne den F√ľhrerschein nicht ausge√ľbt werden.

b. Benutzung von Atemschutzgeräten (G26-Untersuchung)
Eine berufsgenossenschaftlich vorgeschriebene G26-Untersuchung nach DGUV Regel 112-190 Anhang 3 hat Folgendes ergeben: Es bestehen bei der versicherten Person dauernde gesundheitliche Bedenken. Deshalb wird sie auf ihrem aktuellen Arbeitsplatz f√ľr mindestens 12 Monate nicht weiterbesch√§ftigt.

Die Beschwerden oder Erkrankungen hat ein Facharzt festgestellt. Die G26-Untersuchung wurde zuvor bereits einmal bestanden. Unsere Leistung endet, wenn die versicherte Person wieder Atemschutzgeräte nach einer erneuten G26-Untersuchung benutzen kann.

c. Unbefristete Leistung bei Tätigkeitsverbot nach dem Infektionsschutzgesetz
Wir zahlen die Grundfähigkeiten-Rente unter den gleichen Voraussetzungen wie unter 8.3.7 beschrieben mit folgender Abweichung: Wir befristen die Leistung nicht und begrenzen sie nicht auf 24 Monate.
Wir erbringen keine Leistungen, wenn
‚Äď die Einschr√§nkungen auf psychischen oder psychogenen Ursachen beruhen,
‚Äď die Einschr√§nkungen auf Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten beruhen oder
‚Äď die versicherte Person eine andere T√§tigkeit aus√ľbt, zu der sie aufgrund ihrer Ausbildung und F√§higkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.‚Äú

Diese Klausel gef√§llt mir aus 2 Gr√ľnden sehr gut. Zun√§chst mal spricht sie einige Zielgruppen sehr direkt an: LKW- und Busfahrer, Feuerwehrleute und Gastronomen und Krankenschwestern. Das ist vertrieblich sehr spannend.

Au√üerdem ist die Klausel sicherlich nicht zu teuer. Denn es gibt vermutlich keinen Beruf, der alle drei Klauseln brauchen k√∂nnte. Au√üer vielleicht ein Feuerwehrmann, der so ein gro√ües Feuerwehrauto f√§hrt. Aber da wei√ü ich nicht mal, ob die einen besonderen F√ľhrerschein brauchen.

Die Infektionsklausel w√§re eh schon versichert, aber auf 24 Monate begrenzt. Ich habe versucht, zu recherchieren, wie oft und wie lange durchschnittlich ein T√§tigkeitsverbot ausgesprochen wird. Ich kam zu keinem Ergebnis, weil niemand sagen konnte, ob sowas √ľberhaupt schon mal f√ľr l√§ngere Zeit ausgesprochen wurde.

Die Infektionsklausel im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Die Infektionsklausel ist in der Berufsunf√§higkeitsversicherung ist nicht unbedingt ein Mehrwert. Der BU-Begriff schlie√üt schon Infektionen mit ein. Die Infektionsklausel ist also reines Marketing f√ľr √Ąrzte.

In der Grundfähigkeitsversicherung gibt es keinen direkten Bezug zu meinem Beruf. Deswegen ist eine Leistung bei einem Arbeitsverbot wegen einer Ansteckungsgefahr durchaus ein Vorteil. Die Bayerische schreibt:

‚ÄěBei Einschluss der Option Infektion gilt als Verlust einer Grundf√§higkeit, solange eine auf gesetzlichen Vorschriften oder beh√∂rdlicher Anordnung beruhende Verf√ľgung der versicherten Person verbietet wegen einer Infektionsgefahr ihre berufliche T√§tigkeit auszu√ľben (vollst√§ndiges T√§tigkeitsverbot) und sich dieses vollst√§ndige T√§tigkeitsverbot auf einen ununterbrochenen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erstreckt.‚Äú

Neben der Bayerischen und der Basler haben der Volkswohl Bund, die Swiss Life¬† und die N√ľrnberger diese Klausel. Vor allem f√ľr Krankenschwestern und alle aus dem Gastrogewerbe ist diese Klausel sehr interessant.

Bildschirmtätigkeit

Diesen Leistungsauslöser hat die Gothaer und die Basler im Programm:

‚ÄěEin Verlust der F√§higkeit zur Bildschirmt√§tigkeit liegt vor, wenn gilt: Die versicherte Person ist wegen einer k√∂rperlichen Ursache nicht mehr in der Lage, von einem Bildschirm abzulesen.

Das bedeutet:

  • Die versicherte Person ist nicht mehr in der Lage, f√ľr einen Zeitraum von mehr als 2 Stunden W√∂rter und Symbole an einem Bildschirm zu erkennen.
  • Dabei sind die jeweils aktuell g√ľltigen BG-Richtlinien zum Arbeitsschutz an Bildschirmarbeitspl√§tzen einzuhalten.
Sie m√ľssen die Einschr√§nkung durch Befundberichte eines Facharztes belegen.
Ein Verlust der Fähigkeit zur Bildschirmtätigkeit liegt nicht vor, wenn gilt: Diese Einschränkung kann durch die Verwendung geeigneter Hilfsmittel vermieden werden. Hilfsmittel können zum Beispiel eine Brille, Kontaktlinsen oder die Verwendung der Bildschirmlupe sein.“

Bei der Basler steht:

‚ÄěDie versicherte Person kann nicht mehr
‚Äď √ľber einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden
‚Äď W√∂rter und Symbole an einem Bildschirm erkennen,
‚Äď wobei die Richtlinien der Berufsgenossenschaft zum Arbeitsplatz eingehalten werden m√ľssen.‚Äú

Der Mehrwert liegt hier nicht unbedingt auf der Hand. Sollte eine Augenerkrankung oder -verletzung der Ausl√∂ser sein, d√ľrfte der Ausl√∂ser ‚ÄěF√ľhrerscheinverlust‚Äú fr√ľher greifen. Vielleicht kann aber Migr√§ne oder Epilepsie hier fr√ľher greifen als bei anderen Ausl√∂sern.

Es ist aber auch nicht unwahrscheinlich, dass diese Fertigkeit keinen echten Mehrwert bietet. Im Marketing l√§sst sich das aber f√ľr die Zielgruppe Bloggern und Influencer einsetzen.

Mobilität im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Die Bayerische hat diesen Baustein eingef√ľhrt. Und bisher hat jeder neue Anbieter aus dem Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung diesen Baustein √ľbernommen. Im Original hei√üt es:

‚Äěa) Fahrradfahren
Der Verlust der Grundf√§higkeit Fahrradfahren liegt vor, wenn die versicherte Person ausschlie√ülich aufgrund von motorischen Einschr√§nkungen nicht mehr in der Lage ist, sich auf ein einspuriges Fahrrad ohne Mittelstange (Oberrohr) und mit tiefem Einstieg zu setzen und damit einen Kilometer auf ebener Strecke auf einem f√ľr Radwege √ľblichen Bodenbelag zu fahren.

Entscheidend f√ľr die Feststellung des Verlusts der Grundf√§higkeit sind die motorischen F√§higkeiten, d.h. andere als motorische Einschr√§nkungen (z.B. Angst, Osteoporose oder Fehlsichtigkeit) kommen damit als Ursache nicht in Betracht.

b) Nutzung √Ėffentlicher Personennah- und -fernverkehr Der Verlust der Grundf√§higkeit Nutzung des √∂ffentlichen Personennah- und -fernverkehr liegt vor, wenn die versicherte Person aufgrund motorischer Einschr√§nkungen, auch unter Verwendung zumutbarer Hilfsmittel, nicht mehr in der Lage ist, ohne fremde Hilfe, in eines der Transportmittel des √∂ffentlichen Personennah- und -fernverkehrs, z.B. Bahn, Stra√üenbahn, Bus, U-Bahn oder S-Bahn ein- oder aus diesen auszusteigen oder durch sie bef√∂rdert zu werden.

Zumutbarer Hilfsmittel sind z.B. Gehhilfen, Haltegriffe oder reservierte Sitze f√ľr Menschen mit Mobilit√§tseinschr√§nkung.

F√ľr die Beurteilung des Verlusts der Grundf√§higkeit ist nicht relevant, ob die versicherte Person selbst in Besitz der Hilfsmittel ist, oder ob diese durch den Transportdienstleister bereitgestellt oder bedient werden, wobei eine Bedienung durch das Personal nicht als fremde Hilfe angesehen wird. Zur Beurteilung des Verlusts der Grundf√§higkeit wird eine maximale planm√§√üige Reisedauer von zwei Stunden zugrunde gelegt.‚Äú

Unterschiede zur Stuttgarter und Signal

Bisher hat nur Die Bayerische, die Swiss Life und die Basler das Fahrradfahren versichert. In meinen Augen ist auch nur das Fahrradfahren ein echter Mehrwert. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Erkrankungen oder Verletzungen der H√ľfte oder der Knie das Aufsteigen oder die Benutzung eines Fahrrads unm√∂glich machen. Und das noch bevor ich nicht mehr Treppen steigen oder gehen kann.

Die Basler hat genau definiert, dass ich innerhalb von 10 Minuten einen Kilometer weit fahren muss. In diese Richtung muss es gehen!

Interessant ist, dass die Signal ein paar Details hinzuf√ľgt, die den Baustein ‚Äě√Ėffentlicher Nahverkehr‚Äú wieder deutlich aufwerten:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit Nutzung des √∂ffentlichen Personennahverkehrs (√ĖPNV) liegt vor, wenn die versicherte Person aufgrund ihrer motorischen Einschr√§nkungen ‚Äď auch bei Verwendung zumutbarer Hilfsmittel ‚Äď nicht mehr in der Lage ist, ohne fremde Hilfe mit einem Handgep√§ck in die Transportmittel des √∂ffentlichen Personennahverkehrs (√ĖPNV) ein- oder aus diesen auszusteigen oder durch sie bef√∂rdert zu werden. Das bedeutet:

  • Transportmittel des √ĖPNV sind z. B. Stra√üenbahnen, Busse, U-Bahnen oder S-Bahnen.
  • Wir sehen z. B. Gehst√∂cke, Haltegriffe oder reservierte Sitze f√ľr Menschen mit Mobilit√§tseinschr√§nkung als zumutbare Hilfsmittel an.
  • F√ľr die Beurteilung des Verlusts der Grundf√§higkeit ist nicht relevant, ob die versicherte Person selbst in Besitz der Hilfsmittel ist, oder ob diese durch den Transportdienstleister bereitgestellt oder bedient werden. Eine Bedienung durch das Personal wird nicht als fremde Hilfe angesehen.
  • Unter Handgep√§ck im Sinne dieser Bedingungen verstehen wir Gep√§ck bis zu 5 kg, welches freih√§ndig am K√∂rper getragen werden kann.
  • Es wird eine maximale planm√§√üige Reisedauer von zwei Stunden zugrunde gelegt. Unter Reisedauer wird hierbei die Dauer der Nutzung des Transportmittels des √ĖPNV verstanden.‚Äú

Hier muss ich Handgep√§ck bei mir tragen und die Reisedauer ist mit 2 Stunden definiert. In dieser Definition k√∂nnte der Baustein ‚Äě√ĖPNV‚Äú tats√§chlich einen Mehrwert bieten.

Allerdings d√ľrfte die motorische F√§higkeit hier seltener der Ausl√∂ser sein. Demenz oder andere Krankheiten, die es mir unm√∂glich machen, einen Fahrplan zu lesen und zu verstehen, w√§ren hier interessanter. Die Basler versichert hier deswegen auch die Demenz ab einem Grad von 5 auf der Reisbergskala.

Nutzung eines Mobiltelefons im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Die Stuttgarter und die Signal haben diesen Ausl√∂ser. Ein Mehrwert ist zweifelhaft. Es bleibt abzuwarten, ob der Baustein durch eine technologische Weiterentwicklung √ľberholt oder interessant wird. Beide Versicherer setzen sich aber mit dem Baustein der technologischen Entwicklung aus. Kannst du machen, kann aber auch nach hinten losgehen.

Die Signal schreibt:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit Nutzung Smartphone liegt vor, wenn die versicherte Person motorisch nicht mehr in der Lage ist, ein Smartphone zu halten oder mithilfe der Bildschirmtastatur (Displaygr√∂√üe: 3,5 Zoll oder mehr) eine Nachricht von 50 Zeichen zu schreiben.
Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind kognitive Ursachen.“

Arbeitsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeits-Klausel

Die Basler hat eine Arbeitsunf√§higkeits-Klausel eingef√ľhrt, die bei Krankschreibung bis zu 18 Monaten leistet. Das ist ziemlich cool, weil es sinnvoll den Bedarf von vielen Kunden deckt.

Das Doofe ist, dass dadurch der Eindruck erweckt wird, dass die Grundfähigkeitsversicherung tatsächlich eine Art BU-light wäre. Aber das ist halt nur bedingt der Fall.

Die Helvetia hat jetzt auch eine AU-Klausel.

Die Dortmunder hat auch eine AU-Klausel, aber zus√§tzlich noch eine Klausel mit dem Namen „Die Arbeit“. Diese Klausel leistet, wenn ich erwerbsunf√§hig bin. Also, wenn ich keine 3 Stunden mehr am allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann. Das ist auch eine echt sinnvolle Erg√§nzung der GFV. Vor allem, weil hier auch psychische Erkrankungen enthalten sind. Aber auch hier entsteht der Eindruck, dass die Grundf√§higkeitsversicherung eine Art BU light ist…

Fazit : Unterm Strich

Zusammenfassend l√§sst sich im Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung sehr eindrucksvoll zeigen, dass ein Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung nicht unbedingt sinnvoll ist. Allerdings bietet mein Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung eine ganz gute Grundlage f√ľr eine pers√∂nliche Beratung. Denn wenn ich wei√ü, welche T√§tigkeiten im beruflichen Alltag f√ľr mich am wichtigsten sind oder welche T√§tigkeiten in meiner Freizeit ich absichern m√∂chte, kann ich mit Hilfe des Marktvergleichs recht gut ablesen, welche Tarife f√ľr mich interessant sind.
Über Philip Wenzel16 Artikel
√úber den Autor :Philip Wenzel ist ein bundesweit anerkannter Experte f√ľr die private Berufsunf√§higkeitsversicherung. Er ist Fachwirt f√ľr Versicherungen und Finanzen, Versicherungsmakler und Autor eines Fachbuches √ľber die BU-Versicherung. Au√üerdem schreibt er f√ľr diverse Fachmagazine und ist als Speaker bei Versicherungen und Fachtagungen t√§tig.

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