Berufsunfähigkeitsversicherung vs Grundfähigkeitsversicherung


Die Grundfähigkeitsversicherung (Abkürzung GFV) hat im Leistungsauslöser überhaupt keinen Bezug zu meinem Beruf deswegen gibt es hier in der Kalkulation auch nur 2 Berufsgruppen. Logisch, dass die Grundfähigkeitsversicherung dann gerade für körperlich Tätige sehr viel günstiger ist.

Schauen wir mal, ob die Grundfähigkeitsversicherung wirkliche eine sinnvolle Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein kann. Bei beiden Versicherungen wird bei Leistungsvoraussetzung eine Rente gezahlt. Bei der Grundfähigkeitsversicherung muss der Verlust von versicherten Grundfähigkeiten gegeben sein, während bei Berufsunfähigkeitsversicherung die versicherte Person berufsunfähig sein muss. Die Arbeitsunfähigkeit ist wieder ein anderes Thema. Um dieses Risiko richtig abzusichern, haben wir die Worksurance Arbeitsunfähigkeitsversicherung entwickelt.

Viele Berufsgruppen können es sich von den Kosten gar nicht mehr leisten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Hier kann als Alternative die Grundfähigkeitsversicherung als Schutz in Betracht kommen. Die Beiträge sind hier wesentlich günstiger und in beiden Absicherung wird eine Rente gezahlt. Will man psychische Erkrankungen versichert wissen, ist die BU-Vericherung natürlich der bessere Schutz.

Die Grundfähigkeitsversicherung (GFV) ist der Berufsunfähigkeitsversicherung in 3 Punkten überlegen.

    1. Die Leistungsauslöser sind weniger abstrakt als der BU-Begriff.

 

    1. Ich kann im Leistungsfall so viel dazuverdienen, wie ich will.

 

    1. Ich muss im Leistungsfall keine Tätigkeiten nachweisen.

 

Der erste Punkt ist einfach erklärt. Ich kann mir eher was darunter vorstellen, 400m zu gehen als berufsunfähig zu sein. Und dann noch zu 50%. Wie bemesse ich das? Und was ist berufsunfähig überhaupt?

Die vielen Leistungsauslöser klingen auch erstmal gut. Ich kann aus 18 verschiedenen Gründen Leistung erhalten. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung nur aus einem. Selbstverständlich gibt es eine große Schnittmenge. Gerade in den Berufen, für die die Grundfähigkeitsversicherung preislich interessant ist, bin ich wahrscheinlich sogar schneller BU. Ein Auslöser ist beispielsweise das Knien und Bücken. Wer es nicht mehr schafft, sich zum Beispiel hinzuknien und dann wieder zu erheben, bekommt Geld.

Wenn ich Fliesenleger bin, bin ich schon berufsunfähig, wenn nach einer halben Stunde die Knie so weh tun, dass ich nicht mehr weitermachen kann. Einmal am Tag könnte ich mich aber ohne Probleme hinknien und wieder aufrichten. So gesehen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung wieder deutlich im Vorteil. Denn durch den abstrakten Begriff lässt sich die Berufsunfähigkeit viel vielseitiger anwenden. Ich muss halt wissen, wie das geht. Aber dafür sind ja wir dabei.

Ein unstrittiger Vorteil der Grundfähigkeitsversicherung ist, dass es keine konkrete Verweisung in dieser Absicherung gibt. So nennt das der Fachmann. Das bedeutet, die Versicherungsgesellschaft kann nicht aufhören zu zahlen, wenn ich wieder was arbeite. Hierbei spielt es keine Rolle, welchen Beruf ich noch ausüben kann. Bei den Gesundheitsfragen werden Vorerkrankungen auch unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt.

Berufsunfähigkeitsversicherung 85%

Grundfähigkeitsversicherung 55%

(Zahlen von Franke und Bornberg GmbH)

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hört auf zu zahlen, wenn ich in einem neuen Job etwa so viel verdiene wie vorher und mich der neue Job weder unter- noch überfordert. Außerdem muss das Ansehen etwa gleich sein. Wenn ich also als Handwerker nicht mehr arbeiten kann, umschule und dann ins Büro gehe, kann der Berufsunfähigkeitsversicherer die Leistungen einstellen.

Angenommen, ich kann bin der Fliesenleger von vorhin. Ich kann mich jetzt überhaupt nicht mehr hinknien oder bücken. Ich bekomme also eine Geldleistung aus meiner Grundfähigkeitsversicherung. Weil mir zu Hause langweilig ist, schule ich um. Ich studiere Ingenieurswesen und verdiene danach drei Mal so viel wie vorher. Da ich mich immer noch nicht hinknien kann, bekomme ich weiterhin mein Geld aus der Grundfähigkeitsversicherung.

Ob ich es dann brauche, sei dahingestellt. Als eine Art Schmerzensgeld für alltägliche Einschränkungen ist es aber super. Ich kann damit auch alle Behandlungen bezahlen, die die gesetzliche Krankenkasse nicht bezahlt. Die GFV kann also auch eine Art Krankenversicherung sein.

Der letzte Vorteil der Grundfähigkeitsversicherung vs. Berufsunfähigkeitsversicherung hat mit dem Leistungsfall an sich zu tun.

In der BU-Versicherung muss ich im Leistungsfall eine Tätigkeitsbeschreibung erstellen.

Das bedeutet, ich muss aufzählen, wie viele Minuten am Tag ich im Stehen arbeite, wie lange im Sitzen.
Welche Arbeiten sind unter Stress zu erledigen? Wie hoch ist die Lärmbelastung? Das ist nicht einfach.

Und oft scheitert der Antrag schon an dieser Stelle. In der Grundfähigkeitsversicherung gibt es keinen quantitativen Nachweis über die bestimmte Zeit. Es gibt nur die definierten Fähigkeiten, die ich verlieren muss. Oder in denen ich eingeschränkt sein muss. Diese Hürde hab ich im Leistungsfall auf jeden Fall schon mal genommen.

Der Nachweis der Einschränkung funktioniert dann wieder genauso wie bei der BU-Versicherung. Anders als Versicherungen oft behaupten, kann es auch hier zu Gutachtenschlachten kommen. Denn oft fehlt eben eine zeitliche Einschränkung. Wie lange darf ich maximal benötigen, um 400m zu gehen?

Grundfähigkeitsversicherung Leistungsauslöser

Was ist, wenn ich nach 20 Minuten noch auf dem Weg bin? Ist das schon zu lange oder wartet die Versicherungsgesellschaft mal ab, ob ich es noch schaffe? Oder wie muss die Jacke beschaffen sein, die ich anziehen muss? Jeder über 30 weiß, dass es Jacken gibt, die ich bequemer anziehen kann als andere.

Zusammengefasst ist die Grundfähigkeitsversicherung bei körperlich Tätigen deutlich günstiger, aber leistungsschwächer und bei Akademikern bei körperlichen Einschränkungen stärker, bei psychischen Schwächer, aber eben trotzdem teurer.

Vielleicht ist es sinnvoll, sich mal die Unterschiede der Begriffe “Berufsunfähig“ und „Verlust der Grundfähigkeiten“ anzusehen. Mehr über den Verlust einer Grundfähigkeit und die Tarife der Versicherer findest du in unserem Grundfähigkeitsversicherung Test.

Wenn du auch wissen willst, wie du dich bei einem Unfall richtig absichern kann, schau auf unsere Seite über die private Unfallversicherung. Und wenn du noch mehr Informationen über die Absicherung der Berufsunfähigkeit wissen willst, nimm unsere unverbindliche Berufsunfähigkeitsversicherung Beratung in Anspruch.


Über den Autor: Philip Wenzel ist ein bundesweit anerkannter Experte für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Er ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsmakler und Autor eines Fachbuches über die Berufsunfähigkeitsversicherung. Außerdem schreibt er für diverse Fachmagazine und ist als Speaker bei Versicherungen und Fachtagungen tätig.
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