Braucht man eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Einfach gesagt braucht und benötigt jeder eine BU-Versicherung, der seine Ausgaben mit seinem Arbeitseinkommen bestreitet.

Wenn ich sehr reich bin und von Miet-Einnahmen und Aktien lebe, benötige ich keine Arbeitskraftabsicherung. Und auch wenn ich sehr arm bin und knapp über Hartz IV-Niveau lebe, muss ich keinen Beitrag für eine Arbeitskraftsicherung ausgeben. Auch wenn ich so bescheiden lebe, dass ich von ca. 40% meines Einkommens leben könnte, benötige ich keine Arbeitskraftabsicherung in Form einer BUV.

Aber wenn ich jeden Tag arbeiten gehe, um meine Rechnungen zu bezahlen, dann benötige ich eine BUV. Denn dann wäre ohne meine Einkünfte meine Existenz bedroht.
Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch für einen Bürojob?

Ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch für einen Bürojob lohnt, ist einfach mit „Ja“ zu beantworten. Es ist aber keine Anlage, die sich lohnt. Es ist eine Absicherung. Und da ist doch jeder froh, wenn es am Ende keine Rendite gibt. Dann war ich die ganze Zeit über gesund.
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Für einen Bürojob lohnt sich eine BU-Versicherung sogar mehr als für Handwerker. Denn die BU-Versicherung für Büroangestellte ist deutlich günstiger.

Das liegt selbstverständlich daran, dass ein körperliche Einschränkungen nur schwierig bei Büroangestellten zur Berufsunfähigkeit führt. Und wenn, dann ist das auch kein langer Zeitraum. Aber mehr als die Hälfte aller BU-Leistungsfälle beruhen auf psychischen und schwerwiegenden Erkrankungen. Und da bin ich auch als Büroangestellter berufsunfähig.

Wenn ich also das Preis-Leistungsverhältnis nehme, dann lohnt sich die BUV unbedingt für die Büroangestellten.
Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte

Anders als viele selbsternannte Experten behaupten, können auch Beamte berufsunfähig sein. Scherzbolde streiten das ab, weil Beamte nicht arbeiten. Selbsternannte Experten behaupten, dass sei unmöglich, weil Beamte keinen Beruf, sondern ihren Dienst ausüben.

Wie wir aber schon oben gelernt haben, versichert die BUV nicht meinen Job oder mein Berufsbild. Sie versichert meine tagtäglich ausgeübten Tätigkeiten. Es gibt aber für Beamte eine Klausel, die zusätzliche Sicherheit gibt. Nicht nur aus diesem Grund ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte unverzichtbar.
Dienstunfähigkeitsklausel
Die Dienstunfähigkeitsklausel ist Bestandteil einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet dann, wenn der Dienstherr mich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt. Juristisch betrachtet stellt das eine unwiderlegliche Vermutung dar. Das bedeutet, die Versicherungsgesellschaft darf die Entscheidung des Dienstherrn nicht überprüfen. Ähnlich wie bei der Arbeitsunfähigkeits-Klausel macht das die Beantragung der Rente viel einfacher.

Als Beamter auf Widerruf und Probe muss ich darauf achten, dass der Tarif eine vollständige Dienstunfähigkeitsklausel enthält. Vollständig ist die DU-Klausel dann, wenn ich meine Rente nicht nur bei einer Versetzung in den Ruhestand erhalte, sondern auch bei Entlassung. Denn Beamte auf Widerruf und Probe haben kaum Ansprüche an den Dienstherren. Deshalb erhalten sie keine Pension, sondern werden entlassen und rückwirkend gesetzlich versichert.
Ärzte, Mediziner und Apotheker

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Ärzte, Mediziner und Apotheker genauso wichtig, wie für alle anderen auch. Gefährlich ist für diese Zielgruppe, dass sie den meisten Vermittler so attraktiv erscheint, dass quasi jeder sich als Experte für Ärzte, Mediziner und Apotheker ausgibt. Es gibt sogar einen Versicherer, der sich Ärzteversicherer nennt. Das ist nichts als gutes Marketing.

Oft behaupten die sogenannten Experten, dass für Ärzte, Mediziner und Apotheker die Infektionsklausel so wichtig sei. Diese Klausel leistet, wenn ich selbst ansteckend bin und deshalb ein behördlich verordnetes Arbeitsverbot erhalte. Mittlerweile haben diese Klausel fast alle Versicherungen kostenfrei enthalten. Allein daran kann ich sehen, dass sie nix wert ist.

Und tatsächlich ist es so, dass eine Infektion ja über den normalen Berufsunfähigkeits-Begriff gedeckt ist. Denn die BUV leistet ja nicht nur dann, wenn ich meine Arbeit tatsächlich nur noch zu 50% ausüben kann. Sie leistet auch, wenn es aus gesundheitlichen Gründen nicht sinnvoll ist, zu arbeiten. Und das ist es allemal, wenn ich meine Patienten anstecken könnte. Also viel heiße Luft und wenig Wissen.

Bei der Bedarfsermittlung, also welche Laufzeit und welche Höhe sinnvoll sind, müssen wir einiges erklären. Zum einen zahlen Ärzte, Mediziner und Apotheker für gewöhnlich in ein Versorgungswerk ein. Da gibt es in jedem Bundesland ein eigenes. Aber alle haben eine Leistung bei Berufsunfähigkeit versichert.

Die Definition unterscheidet sich aber enorm von der Definition der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.
Je nach Versorgungswerk liegt Berufsunfähigkeit erst vor, wenn ich meine Zulassung abgebe oder ich in meiner Apotheke kein bisschen mehr arbeite.

Es ist also deutlich schwieriger an seine Rente zu kommen. Und da das Versorgungswerk über ein offenes Deckungsplanverfahren finanziert ist, kommt es auch drauf an, was ich einbezahlt habe, um ausreichend abgesichert zu sein.
Selbstständige und Freiberufler
Die BUV für Selbständige und Freiberufler ist auch ein wenig komplizierter. Bei Freiberuflern muss ich unter Umständen auch das dazugehörige Versorgungswerk prüfen.

Bei Selbständigen ist die Bedarfsermittlung recht einfach. Es gibt keine staatliche Versorgung. Also muss ich auch nicht damit rechnen. Ich kann alles privat versichern. Vom Krankentagegeld bis hin zur Altersvorsorge. Was ich aber beachten muss, ist die oben schon beschriebene Umorganisation. Dieser Bedingungspunkt ist für Selbständige unter Umständen sehr wichtig.
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Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel für Selbstständige
Was eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbständige kostet, hängt vom Eintrittsalter, den tatsächlichen Tätigkeiten im beruflichen Alltag, der Laufzeit und der Rentenhöhe ab. Lässt sich also nicht pauschal sagen. Aber alle Selbständigen begreifen ganz gut, was eine BUV wert sein sollte.

Nehmen wir mal an du hast die Wahl, wie du dein Geschäftsmodell gestaltest. Das erste Modell verspricht einen Gewinn von 10.000 Euro im Monat. Der Haken ist dabei, dass der Gewinn mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% dauerhaft ausfallen kann.

Im zweiten Modell hast du einen Gewinn von 9.500 Euro. Die Ausfallwahrscheinlichkeit liegt bei 0%. Welches Modell würdest du wählen?

Ich denke, die meisten Geschäftsleute nehmen die sicherere Variante. Das wäre dann dein Gehalt Minus dem Beitrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Da fällt es nicht mehr schwer, sich zu entscheiden, oder?
Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten und Azubis
Azubis und Studenten sollten unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen. Sie sind noch jung, was die Beiträge niedrig hält. Und hoffentlich noch gesund. Das macht die Beantwortung der Gesundheitsfragen leichter.

Es gibt auch Klauseln für Studenten und Azubis. Wichtig ist vor allem bei Studenten, dass ich nicht nochmal meinen Beruf nachmelden muss, wenn ich ins Berufsleben einsteige. Gut ist auch, wenn ab der zweiten Hälfte des Studiums der angestrebte Beruf geprüft wird. Das hätte Vorteile bei der Nachprüfung im Leistungsfall. Würde ich ein neues Studium beginnen, könnte ich eigentlich konkret verwiesen werden.

Denn das neue Studium dürfte meiner Lebensstellung und dem Ansehen von vorher entsprechen. Außerdem ist das Gehalt das gleiche. Nämlich null. Prüft die Versicherungsgesellschaft hier auf das angestrebten Berufsziel, kann die Versicherung erst die Leistung einstellen, wenn ich auch in etwa so viel verdiene, wie ich im angestrebten Job verdient hätte.

Aber insgesamt sind spezielle Klauseln für Azubis und Studenten nicht so wichtig. Denn der Vertrag läuft bei einem Studenten insgesamt wahrscheinlich 40-50 Jahre. Da wäre es merkwürdig, eine Klausel, die nur für die ersten 5 Jahre gilt, als Entscheidungskriterium zu nehmen, oder?

Schüler und Kinder
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler und Kinder ist auch sehr wichtig. Aufgrund des geringen Eintrittsalters sind die Beiträge nicht so hoch. Und der Gesundheitszustand dürfte auch besser als mit 30 sein.

Beim Abschluss muss ich darauf achten, dass ich wirklich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließe, die auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt. Es gibt tatsächlich Tarife am Markt, die eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung werden, wenn ich meinen Beruf nicht nachmelde.
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Außerdem sind die Nachversicherungsgarantien wichtig. Besonders dann, wenn zu erwarten ist, dass die Kinder keine akademische Laufbahn einschlagen, muss ich darauf achten, dass die Gesellschaft auf eine Risikoprüfung verzichtet. Ein Verzicht auf die Prüfung des Gesundheitszustandes reicht nicht aus.

Und Vorsicht: Manche Versicherer verzichten auf die Risikoprüfung, schließen das aber eine Seite später für Schüler und Studenten aus. Das gäbe eine böse Überraschung.

Vor allem, wenn das Kind eine akademische Laufbahn einschlägt, muss der Vermittler den Schutz immer wieder überprüfen. Denn ein Student oder ein Akademiker bezahlt selbst mit 30 weniger Beitrag als ein Grundschüler. Ist leider so.