Gehört zu den Leistungen einer privaten Unfallversicherung auch ein Schmerzensgeld?

Beim Schmerzensgeld handelt es sich nicht um eine automatisch im Vertrag inkludierte Leistung, sondern um eine bei manchen Versicherungen (meist beitragsfrei) angebotene Zusatzleistung in der privaten Unfallversicherung.

Die Ausgestaltung dieser Option ist von Versicherung zu Versicherung sehr unterschiedlich, so dass sich der interessierte Kunde im Vorfeld gut informieren sollte, ob und in welchem Umfang die in Betracht kommenden Tarife ein Schmerzensgeld enthalten.

Teilweise ist die Auszahlung des Schmerzensgeldes an ein abgeschlossenes Krankenhaustagegeld gekoppelt, manche Versicherer zahlen keinen Pauschalbetrag, sondern je nach Verletzung einen Prozentsatz einer extra vereinbarten Schmerzensgeldversicherungssumme.

Den Tarifen ist aber gemein, dass die Zahlung nur einmal erfolgt, auch wenn mehrere Verträge auf eine Person abgeschlossen wurden. Außerdem erhöht sich die Schmerzensgeldleistung nicht im Rahmen einer eventuellen Dynamik.

Zum Nachweis eines durch einen versicherten Unfall eingetretenen Knochenbruches bzw. Bänderrisses genügt ein ärztliches Attest, welches innerhalb der im Versicherungsvertrag genannten Frist bei der Versicherung vorliegen muss.

Muss für das Schmerzensgeld bei einem Unfall eine Invalidität zurückbleiben?

Nein, bei der privaten Unfallversicherung ist das Schmerzensgeld eine Sofortleistung, die unabhängig von der Tatsache ausgezahlt wird, ob ein bleibender Schaden oder eine Invalidität eintreten. Allen privaten Unfallversicherungen ist gemein, dass eine Versicherungssumme vereinbart wird, auf deren Grundlage bei einer irreversiblen Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eine Einmalzahlung erfolgt.

Dabei kann es für den Fall einer bereits bestehenden (Teil-)Invalidität bzw. der Mitwirkung bereits bestehender Gesundheitsbeeinträchtigungen am Unfallereignis zur Reduzierung der Auszahlungssumme kommen.

Anders ist das beim Schmerzensgeld. Diese vertraglich vereinbarte Leistung wird fällig, wenn sie innerhalb der vereinbarten Frist attestiert wird. Dabei ist es unerheblich, ob und wie lange die Verletzung zu Beeinträchtigungen führt.

Wichtig ist nur, dass die definierte Verletzung (vollständiger Bruch oder Riss bzw. einfacher, mehrfacher oder offener Bruch) durch ein versichertes Unfallereignis eingetreten ist. Ein Invaliditätsgrad in Prozent ausgedrückt muss nicht zurückbleiben.

Welche private Unfallversicherung zahlt ein Schmerzensgeld?

Über unseren Vertriebspartner können wir Ihnen ein breites Spektrum von privaten Unfallversicherungen anbieten, von denen einige auch ein Schmerzensgeld im Portfolio haben.

Dazu zählen u.a. die Basler Versicherungen (Tarif „Gold“), die Haftpflichtkasse Darmstadt (Zusatzklausel), Konzept&Marketing (Zusatzklausel), Hanse Merkur (alle Tarife), helvetia (nur Oberschenkelhalsbruch), LBN (je nach Tarif zwischen 100 € und 300 €), VHV (200 € nur bei KHTG), Gothaer (500 Euro bei Oberschenkelhalsbruch von Senioren).

Ebenfalls die Domcura (Tarif „Top“), Ammerländer Versicherung (Tarife „Comfort“ und „Exclusiv“), degenia (Tarif „optimum“ nur bei Kindern), rhion (Tarif „Plus“ oder „Premium“), NV-Versicherungen (Tarif „Max“ oder „Premium“) und Waldenburger Versicherung (Tarife „Premium“ und „Premium Plus“ nur bei Kindern).

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Höhe der Leistung

Wir möchten anhand des Beispiels der Basler Versicherung zeigen, mit welcher Leistung im Tarif „Gold“ eine versicherte Person rechnen kann:

Herr Grupp, 50 Jahre alt, spielt in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Fußball in der Altherren-Mannschaft seines Heimatvereins. Beim Training erwischt ihn der Ball so unglücklich im Gesicht, dass er sich eine einfache Gesichtsschädelfraktur ohne Nasenbein zuzieht.

Glück im Unglück – nach Meldung des Schadens und Vorlage des ärztlichen Attests erhält er von der Basler ein einmaliges Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro.

Wann zahlt die private Unfallversicherung Schmerzensgeld?

Die Voraussetzung für die Zahlung von Schmerzensgeld ist immer, dass die Verletzung durch einen versicherten Unfall eingetreten ist. Die genaue Definition können Sie dem Versicherungsvertrag entnehmen, gemäß den AUB 2014 lautet sie:

Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch
• ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis)
• unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung
erleidet.

Außerdem muss ein objektiver, sich am Stand medizinischer Erkenntnisse orientierender Arztbericht innerhalb der in den Versicherungsbedingungen angegebenen Frist bei der Versicherung vorliegen. Sollte vor der Forderung von Schmerzensgeld der Tod unfallbedingt eintreten wird in der Regel auch kein Schmerzensgeld gezahlt.

Bei den Versicherungen, die verschiedenen Verletzungen verschiedene Beträge zuordnen, richtet sich die Entschädigung bei mehreren Verletzungen zumeist nach der Verletzung, für die der höchste Betrag festgelegt ist.

Schmerzensgeld bei Knochenbrüchen

Wenn der Versicherungstarif die Zahlung eines Schmerzensgeldes vorsieht, dann sind Knochenbrüche in der Regel auch gedeckt. Ein Knochenbruch ist eine vollständige Zusammenhangstrennung des Knochens unter direkter oder indirekter Gewalteinwirkung.

Im Gegensatz dazu sind Fissuren kleine Risse oder Spaltbildungen im Knochen ohne vollständige Kapseltrennung. Es gibt Tarife, da gilt eine Altersgrenze, ab der nicht mehr geleistet wird.

Bei anderen Gesellschaften wird z.B. nur bei einem Oberschenkelhalsbruch eines Senioren ein Pauschalbetrag gezahlt. Üblicherweise werden je nach Tarif zwischen 100 € und 500 € für eine vollständige Fraktur oder einen Bänderriss ausgezahlt.

Dabei kann es auch einen Unterschied machen, ob eine stationäre Behandlung notwendig war. Bei den einen Versicherern gibt es nur Geld, wenn dies nicht der Fall war (weil anderenfalls Krankenhaustagegeld fällig geworden wäre), bei anderen nur, wenn ein Krankenhausaufenthalt notwenig war, zum Teil auch nach Dauer gestaffelt.

Es gibt auch Unternehmen (Basler, HKD), die zwischen einfachen Brüchen und offenen Brüchen unterscheiden, bei Konzept & Marketing erhält man auch für unvollständige Knochenbrüche (Fissuren), die bei den meisten Gesellschaften ausgeschlossen sind, noch einen niedrigeren Betrag.

Unser Team von WorkSurance steht Ihnen bei allen Fragen zur Arbeitskraftabsicherung zur Verfügung. Dazu gehört selbstverständlich die private Unfallversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Nehmen Sie einfach per E-Mail oder mit dem Telefon Kontakt mit einem unserer Berater auf. Dieser Service ist kostenfrei und unverbindlich. Auch Informationen senden wir Ihnen gerne per E-Mail zu.