Letzte Woche hatte ich zwei Beratungen, da hätte ich beide Kunden am liebsten an einen Tisch gesetzt.
Am Dienstag hörte ich von einem jungen Wirtschaftsingenieurs-Studenten Aussagen wie „ich bin doch noch jung und brauche das Geld“ und „ich studiere doch noch, was soll mir schon passieren – um die Berufsunfähigkeitsversicherung kümmere ich mich nach dem Studium“.

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Am Folgetag erzählte mir eine junge Ingenieurs-Studentin, dass Sie aktuell in Therapie sei aufgrund der hohen Belastung im Studium und vor wenigen Jahren sei bei ihr Diabetes Typ 1 diagnostiziert worden. Sie bräuchte unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure und was sie dafür tun könne. Das Geld für den Beitrag würde sie schon aufbringen.
Der jungen Frau war die Notwendigkeit bewusst, dem angehenden Wirtschafsingenieur noch nicht. Früher oder später geht jedem ein Licht auf und jedem wird die Notwendigkeit (schlagartig) klar, dass eine Absicherung der eigenen Arbeitskraft und der eigenen finanziellen Verpflichtungen für Familie, Haus und Leben unabdingbar ist.
Wenn dem so ist, dann wäre es doch sinnvoll, sich so früh wie möglich darum zu kümmern – oder nicht? Was spricht gegen eine frühe Absicherung bereits als Student?

  1. Ich kann die Beiträge nicht zahlen
  2. Ich habe dafür gerade keinen Kopf
  3. Das ist doch nur wichtig, wenn man eigene Verpflichtungen hat – ich habe ja nichts und Geld kommt von den Eltern rein. Außerdem pass ich schon auf mich auf. Ich bin jung und fit.

Das ist es eigentlich auch schon: kein Geld, keine Zeit, keine Lust, kein Bedarf erkannt.

Schauen wir es uns einmal genauer an:

1) Wenn Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits als Student im 20. Lebensjahr abschließt statt als Ingenieur im 30. Lebensjahr, bist Du noch 10 Jahre jünger. Das bedeutet, Dein Beitrag ist noch deutlich niedriger und bleibt auch dauerhaft deutlich niedriger über die gesamte Laufzeit von knapp 50 Jahren. In einem Beispiel mit 1000.- € mtl. Rente um liegt Dein Beitrag um rund 13% oder rund 60.- € p.a. niedriger beim Eintrittsalter 20 statt 30.

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Du sparst also über die gesamte Laufzeit des Vertrags ca. 50% dessen ein, wie Dich die ersten 10 Jahre Beitrag kosten. Du bekommst die ersten 10 Jahre Versicherungsschutz damit quasi mit 50% Rabatt.

Einige Gesellschaften bieten alternativ auch Tarife mit reduzierten Anfangsbeiträgen an, dann gilt der Punkt „ich kann die Beiträge nicht zahlen“ auf keinen Fall mehr, denn mehr als ein Abend auf der Studentenparty kostet die BU dann sicher nicht mehr. Eine Beitragsersparnis hast Du dann zwar nicht, da in diesem Fall Dein junges Eintrittsalter deutlich weniger oder gar nicht zum Tragen kommt, aber Du hast trotzdem gesundheitlich den Fuß in der Türe, und das ist der eigentliche Vorteil und Mehrwert – und damit kommen wir zum zweiten Punkt.

2) Gerade dann, wenn Du aktuell bereits keinen Kopf mehr für neue Themen hast, scheint Deine psychische Belastung bereits hoch zu sein. Höchste Zeit also einen Schutz einzurichten, bevor es zu spät ist. Immer mehr Studenten halten es für eine schlaue Idee, sich vor einer Prüfung für die man nicht gelernt hat, kurzfristig krankschreiben zu lassen um einen zweiten Anlauf nehmen zu können. Leider findet sich dann in der Krankenakte statt einer einmaligen Magen-Darm-Geschichte in der Regel eine psychische Erkrankung wieder. Als netten Nebeneffekt kann man sich so gleich noch Ritalin oder Amphetamine verschreiben lassen für lange Lern- (oder Party-) -Nächte. Schon im Jahr 2013 fand Spiegel Online heraus, dass bereits jeder 5. Student Medikamente nimmt.

Das alles stellt uns später beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung vor größte Herausforderungen oder macht den Abschluss sogar zeitweilig unmöglich.

Es zeugt also durchaus von überdurchschnittlicher Intelligenz (und die haben Ingenieur-Studenten ja in der Regel), wenn Du Dich bereits im Studium mit Hilfe eines Experten um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kümmerst. Vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass es Dir nicht nur einen finanziellen Vorteil bringt, sondern am Ende kann es Dir die eigene Lebensplanung oder sogar die Existenz retten. Was ist das dann für ein geiles Gefühl, dem Schicksal durch frühes eigenverantwortliches Handeln ein Schnippchen geschlagen zu haben.

3) Der Dritte Grund ist natürlich nur ein Vorwand sich nicht mit dem Thema auseinander setzen zu müssen. Da Du diesen Text liest, gehörst Du wohl nicht zu der Gruppe die ernsthaft glaubt unverwundbar zu sein wie Achilles. Und da Du im Abi aufgepasst hast, weißt Du ja, dass Achilles gar nicht komplett unverwundbar war und obwohl die Wahrscheinlichkeit gering war, hat es ihn an seiner verwundbaren Stelle erwischt.

In Wirklichkeit ist nichts so beständig wie die Veränderung und man muss kein geistiger Überflieger sein um zu erkennen, dass jedes Studium einmal endet und der automatische Geldstrom der Eltern irgendwann versiegen wird.

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Dazu kommen der Wunsch nach Heirat und Familie, schönen Autos, einem netten Häuschen im Grünen oder einem schicken Stadtappartement und schönen Urlaubsreisen. Doch all das wird aus dem eigenen Einkommen finanziert – was also, wenn Du dieses nicht mehr erwirtschaften kannst? Es wäre vermutlich unangenehm vor Familie und Freunden dann zugeben zu müssen, dass man keine Lust hatte sich eigenverantwortlich um sein Leben zu kümmern. Denke daher nicht in Wahrscheinlichkeiten, sondern nehme einfach einmal an Du bist berufsunfähig – wie schwer trifft Dich dann die Folge? Bei der Entwicklung sicherheitsrelevanter Technik kommt niemand auf die Idee zu sagen „die Wahrscheinlichkeit liegt bei nur 1% dass das Risiko eintritt – daher brauchen wir uns um die Folgen nicht zu kümmern“. Die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit liegt sehr viel höher – gehe daher weiterhin davon aus, dass Du gesund bleibst – ich wünsche es Dir – aber plane damit, dass der Fall eintritt und sei vorbereitet.

Das ist keine Polemik, es soll Dich nur rechtzeitig aufrütteln, um Dir etwas sehr Gutes zu tun.

Worauf kommt es also bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieurs-Studenten besonders an?

Du solltest darauf achten, dass die spätere Berufsaufnahme nicht nachgemeldet werden muss – so sicherst Du Dir als Student Deine Top-Einstufung und hast diese garantiert für Dein komplettes Berufsleben, auch wenn Du im Arbeitsleben mit Gefahrenstoffen zu tun bekommst oder im Job viel Reisetätigkeiten hast oder Teststrecken und Prüfständen zu finden bist. D.h. die einmal festgelegte Berufsgruppe sollte nicht mehr verschlechtert werden können. Ein Recht auf eine Günstiger-Prüfung ist je nach Berufsziel ebenfalls eine gute Sache.

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Grundsätzlich gilt, dass der Vertrag knapp 50 Jahre läuft. Spezielle Bedingungsregelungen für Studenten tangieren Dich davon nur ca. 5 bis 10 Jahre. Das bedeutet, der Fokus muss im ersten Schritt darauf liegen, ein grundsätzlich sehr gutes Bedingungswerk für Ingenieure zu erhalten.

Im zweiten Schritt ist es vorteilhaft, wenn die Tätigkeit als Student versichert ist und ab der zweiten Studienhälfte bei der Definition der Lebensstellung der angestrebte Ingenieurs-Beruf als Maßstab herangezogen wird. Das dürfte eine konkrete Verweisung im Leistungsfall während des Studiums deutlich erschweren.

Wichtig ist Dein Weitblick auch bei der Höhe der Absicherung. Viele Gesellschaften versichern bei Studenten nur 1000.- Euro mtl. – andere 2000.- Euro mtl. – wer aber wie Du vermutlich später überdurchschnittlich verdienen wird, für den sind mittelfristig auch 2000.- € viel zu wenig. Daher ist es wichtig bereits jetzt den Grundstein dafür zu legen, den eigenen Berufsunfähigkeitsschutz später ohne erneute Risikoprüfung deutlich ausbauen zu können.

Eine Zweivertragsstrategie (ließ hierzu mehr in meinem Beitrag https://www.worksurance.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/berufsunfaehigkeitsversicherung-ingenieure.html bringt Dir hier viele Vorteile.

Prüfe auch, ob der Versicherer bei der Erhöhung der Berufsunfähigkeitsversicherung nur auf die Gesundheitsprüfung verzichtet, oder auf die gesamte Risikoprüfung, die z.B. auch Deine Hobbys mit einschließt.

Ich wünsche Dir viel Erfolg in Deinem Ingenieurs-Studium – halte Dich von vermeidbaren Krankschreibungen fern und kümmere Dich so früh wie möglich um einen passgenauen Arbeitskraftschutz. Gerne helfe ich Dir dabei – so wie auch den beiden eingangs erwähnten Studenten.